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Bayer-Furcht vor Schweizer Aufsteiger | 2006-09-15


Genf - Sergej Barbarez ließ sich durch nichts zur Umkehr vor die Mikrofone bewegen. Der Frust bei dem Bosnier saß offenbar so tief, dass er das 0:0 seines neuen Arbeitgebers Bayer Leverkusen beim Schweizer Erstliga-Neuling FC Sion mit keinem Wort kommentieren wollte.

Schon zum vierten Mal seit seinem Wechsel unter das Bayer-Kreuz verhinderte das Aluminium den ersten Treffer des fast 35-Jährigen für die Leverkusener und einen möglichen Sieg der Werkself bei der Rückkehr auf die europäische Bühne. Weil Barbarez vor 11 000 Zuschauern im Stade de Geneve in der 74. Minute am Innenpfosten scheiterte, geht vor dem Erstrunden-Rückspiel im UEFA-Pokal am 28. September die Angst vor einem erneuten frühen Scheitern wie vor Jahresfrist gegen ZSKA Sofia um.

Das 0:0 ist ein trügerisches und auch gefährliches Ergebnis, räumte Chefcoach Michael Skibbe nach seiner internationalen Premiere mit den Bayer-Profis ein. Der 41-Jährige war nach der Partie in Genf nicht wirklich zufrieden. Das wird ein ganz schwerer Gang.

Bayers Schweizer Nationalspieler Tranquillo Barnetta konnte da nur beipflichten: Wir sind gewarnt und dürfen nicht denken, dass wir mit diesem Ergebnis schon eine Runde weiter sind. Das aktuelle Handicap des Teams wurde überdeutlich: Im Sturm herrscht zu wenig Durchschlagskraft. 70 Minuten tat sich fast nichts, ehe sich die Situation änderte: Paul Freier (72.) scheiterte frei vor Sion-Keeper Germano Vailati, zwei Minuten danach traf Barbarez nur den Innenpfosten, in der Schlussphase ließen Freier, Simon Rolfes und Bernd Schneider weitere Großmöglichkeiten aus.

Da hatten wir fünf, sechs hervorragende Chancen. Aber in den 70 Minuten davor war meine Mannschaft nicht in der Lage, solche Möglichkeiten heraus zu spielen, kritisierte Skibbe. Abhaken, empfahl Leverkusens Sportchef Rudi Völler, ohne die nachhaltige Zustimmung des Chefcoachs zu finden. Denn Skibbe hat nach wie vor großen Respekt vor den Profis des Schweizer Pokalsiegers: Wir müssen im Rückspiel höllisch aufpassen, dass wir denen nicht in Konter laufen. Ein Gegentreffer am 28. September in der BayArena - und eine Pleite wie gegen Sofia stünde vor der Wiederholung.

Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser wischte derlei Bedenken schnell beiseite: Bei mir gibt es noch keine Spur von Unruhe. Leverkusens Fußball-Boss sah die Skibbe-Elf sogar überlegen, was über den gesamten Spielverlauf aber nicht der Fall war. Und irgendwie muss sich in Holzhäuser doch ein kleiner Unsicherheitsfaktor breitgemacht haben. Anders lässt sich ein Teil seiner Analyse nicht interpretieren: Wir hatte zwei hundertprozentige Chancen. Wenn wir eine machen, könnten wir ruhiger nach Hause fliegen.


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