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Salzburger Bullen wieder auf dem Boden | 2006-07-27


Zürich - Lothar Matthäus machte seinem Frust direkt nach dem Schlusspfiff Luft, die Schweizer Presse hatte teilweise nur Hohn und Spott für die Startruppe von Red Bull Salzburg übrig.

Wenn das das Maximum unserer Leistungsfähigkeit ist, wäre ich sehr enttäuscht, sagte Red-Bull-Trainer Matthäus nach der 1:2-Pleite im Zweitrunden-Hinspiel der Champions-League-Qualifikation beim FC Zürich. Doch sein Trainerkollege Giovanni Trapattoni gibt die Hoffnung auf die Königsklasse nicht auf: Noch ist nichts verloren; wir können noch immer weiterkommen, sagte der Italiener und hofft auf das Rückspiel in einer Woche auf dem Salzburger Kunstrasen.

Doch Österreichs teuerste Fußballmannschaft ist nach den zwei Auswärtssiegen zum Start in die neue Bundesligasaison wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Mit der knappen Niederlage gegen den Schweizer Meister waren die Gäste noch gut bedient. Die Schweizer Boulevardzeitung Blick schrieb unter dem Titel: Einbahn-Fußball - Resultat ist ein Hohn: Es war wie in der Stierkampfarena. Der FCZ-Torero führte den Bullen aus Salzburg vor. Doch entgegen den spanischen Gepflogenheiten vergaß der Matador, dem Stier den Todesstoß zu versetzen. Auch die Neue Zürcher Zeitung trauerte den vergebenen Chancen nach: Ein FCZ-Sieg mit Schattenseite.

Trapattoni fasste die Partie knapp zusammen: Zürich war besser und hat verdient gewonnen. Ich hatte mir ein Tor gewünscht, und wir erzielten ein Tor. Schon nach 20 Minuten führten die Gastgeber durch Tore von Raffael Keita (2.) und Cesar mit 2:0. Salzburg gelang durch Johan Vonlanthen in der 32. Minute zwar der Anschlusstreffer, doch nach der gelb-roten Karte für den einzigen Österreicher René Aufhauser (36.) zogen sich die Gäste in die Defensive zurück und hielten das glückliche Ergebnis bis zum Schlusspfiff.

Trapattoni setzte dabei seinen bisher erfolgreichsten Torschützen, den Ex-Bayern Alexander Zickler, überraschend nur in der zweiten Hälfte ein. Zickler hat schon viele Spiele absolvieren müssen. Und wir spielen am Samstag gegen die Austria und am Mittwoch gegen Zürich meinte er zur Begründung.

Zürichs Trainer Lucien Favre war mit dem Spielverlauf nicht unzufrieden: Wir haben sehr gut begonnen und ein frühes Tor erzielt. Nach dem 2:0 haben wir die Konzentration verloren und sind dafür bestraft worden. In der zweiten Hälfte waren wir bei Elf gegen Zehn zu ungeduldig. Daher war es für Salzburg einfach, zu verteidigen.

Die Salzburger hoffen nun auf das Rückspiel in einer Woche. Die Mannschaft muss aus den heutigen Fehlern, und das waren einige, lernen. Aber ich glaube an uns, wir müssen zu Hause zu Null gewinnen, sagte Matthäus. Und Torschütze Vonlanthen prophezeite: Mein Tor könnte ein sehr wichtiges gewesen sein.

Die heimische Presse jedenfalls ist sich bewusst, dass es für das Star-Ensemble eng werden könnte. Salzburg brauchte für das 1:2 alles Glück dieser Welt titelte die Kronenzeitung am Donnerstag. Das Glück hielt Salzburg im Rennen, meinte auch der Kurier. Und die Salzburger Nachrichten konstatierten gar: Die schnellen und spielfreudigen Züricher ließen die Bullen oft alt aussehen. Der erste internationale Auftritt der Bullen ging daher daneben.


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