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Kein UEFA-Cup-Rucksack für Club-Profis | 2007-02-04


Nürnberg - Der höchste Derby-Sieg gegen den FC Bayern München seit 18 Jahren versetzte die Fans des 1. FC Nürnberg in einen kollektiven Freudentaumel - nur Hans Meyer blieb auf dem Teppich.

Den UEFA-Cup als neues Saisonziel auszurufen, kam dem Baumeister der groß aufspielenden Nürnberger Fußball-Truppe trotz des Traumstarts in die Bundesliga-Rückrunde nicht in den Sinn. Für unsere Fans, die seit Jahrzehnten gedarbt haben, ist dieses 3:0 gegen Bayern eine schöne Sache, sagte Meyer, der mit Blick auf die Tabelle verkündete: 30 Punkte nach 20 Spielen hat es beim, Club lange nicht gegeben. Nach menschlichem Ermessen haben wir mit dem Abstieg nichts mehr zu tun.

Obwohl zwei Niederlagen und 17 Gegentore Spitzenwerte in der Liga sind, wolle man den Spielern keinen Rucksack aufladen, wie Manager Martin Bader in Übereinstimmung mit dem Trainer sagte: Wir können nicht sagen, wir haben 30 Punkte und greifen jetzt oben an. Bader verwies darauf, dass der Tabellensechste im Vergleich mit den UEFA-Pokal-Anwärtern Hertha BSC, Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund finanziell in einer ganz anderen Liga spielen würde. Mit dem 1. FC Nürnberg höhere Ziele zu setzen, ist weltfremd, meinte Bader.

Man genießt den Moment - und will gelassen abwarten, was am Saisonende herauskommt. Wir können auch ohne Zielsetzung spielen, scherzte Meyer. Ihm war die Höhe des Erfolges nach den prächtigen Toren seines Sturm-Trios Iwan Saenko (13.), Markus Schroth (71.) und Robert Vittek (86.) fast des Guten zu viel. Auch Bader warnte davor, dass das Hoch nicht ewig anhalten muss: Was die Mannschaft momentan macht, ist über dem, was man den Jungs zutrauen kann.

Die Mannschaft ist jedoch in sich so gefestigt, dass sie die Bayern auch nach dem dortigen Trainerwechsel nicht fürchtete. An denen ging die ganze Situation auch nicht spurlos vorüber, sie sind schließlich keine Roboter, meinte Abwehrspieler Dominik Reinhardt. Wir hatten schon die eine oder andere Schwäche bei den Bayern gesehen, da haben wir angesetzt, bemerkte Torschütze Schroth. Und fügte hinzu: Es macht sehr viel Spaß, die Bayern zu schlagen.

Für Ärger im Nürnberger Freudentaumel sorgte der Argentinier Javier Pinola. Als Meyer den Abwehrspieler schon nach 19 Minuten vom Platz holte, weil ich Angst hatte, dass er Rot bekommt, antwortete der wütende Pinola mit einem Trikotwurf in Richtung Nürnberger Bank. Er habe die Mannschaft in einer ganz üblen Art und Weise im Stich gelassen, schimpfte Meyer über Pinola, dem er mit ernsthaften Konsequenzen bis zu einem Rauswurf drohte. Bader kündigte als Sofortmaßnahme eine Geldstrafe an. Es wird mit Sicherheit eine kleine Spende in die Mannschaftskasse geben, meinte der Manager.


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