Paris - Einen Monat vor dem UEFA-Kongress in Düsseldorf ist Amtsinhaber Lennart Johansson von seiner Wiederwahl als Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA) überzeugt und hat das Programm seines Herausforderers Michel Platini kritisiert.
Ich habe nicht sehr viel Neues entdecken können. Dort findet sich nichts Besonderes, sagte der 77 Jahre alte Schwede in einem Interview der französischen Sportzeitung LÉquipe. Die von Platini angestrebte Reform der Champions League mit nur noch maximal drei Vertretern eines Landes lehnt Johansson ab.
Das ist auch eine wirtschaftliche Frage, sagte der UEFA-Präsident. Den Kleinen eine Chance zu geben, ist zwar eine gute Sache, aber es gibt andere grundlegende Probleme wie Doping, Gewalt und Diskriminierung. Seinem französischen Herausforderer bescheinigte Johansson, ein Kenner des Fußballs und ein intelligenter und charmanter Mensch zu sein, aber für diesen Posten braucht man Erfahrung. Für die Wahl beim UEFA-Kongress am 26. Januar in Düsseldorf wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet.
In den vergangenen Wochen hatte sich der Ton zwischen den beiden Bewerbern verschärft. Platini hatte Johansson mangelnde Präsenz im Hauptquartier der UEFA vorgeworfen und angekündigt, im Falle seiner Wahl als handelnder Präsident auftreten zu wollen. Der französische Europameister von 1984 wirbt besonders um die Stimmen der kleineren Verbände und kritisiert, dass es zu viele Teams aus großen europäischen Ländern in der Champions League gebe. Johansson ist für eine Beibehaltung des derzeitigen Systems, das nach einer Fünfjahreswertung den besten vier Nationen, derzeit Spanien, Italien, England und Frankreich, bis zu vier Starter ermöglicht.
Nach 16 Jahren im Amt gibt sich Johansson siegessicher. Ich bin optimistisch und ich glaube an die Menschen und an das, was sie mir sagen. Sollte er jedoch unterliegen, wolle er ein guter Verlierer sein. Dann werde ich dem Sieger gratulieren und gehen, sagte er.
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