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Lukas Podolski strampelt sich beim FC Bayern frei | 2007-03-07


München - Bei Löw gesetzt, bei Magath verunsichert, bei Hitzfeld erstarkt: Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski ist nach mehr als einem halben Jahr endlich beim FC Bayern München angekommen.

Der 21 Jahre alte Stürmer profitierte vielleicht am meisten vom Trainerwechsel Felix Magath zu Ottmar Hitzfeld und könnte nun beim deutschen Rekordmeister doch richtig glücklich werden. Es freut mich, dass er sich frei gestrampelt hat, sagte Hitzfeld, der beim Umgang mit dem Instinktfußballer viel Fingerspitzengefühl beweist.

Nach der Medien-Schelte für Podolskis Auftritt beim 2:3 im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Real Madrid gab es gezielte Aufbauhilfe durch den Trainer: Podolski durfte in der Bundesliga von Beginn an ran - und zahlte das Vertrauen mit Toren zurück. Mit alter Kaltschnäuzigkeit verwandelte er einen Elfmeter gegen Wolfsburg, gegen Berlin war er an allen drei Treffern beteiligt. Unter Ottmar Hitzfeld hat Poldi an Stabilität gewonnen. Vielleicht braucht der Bursche nur ein bisschen mehr Aufmerksamkeit, meinte Bild-Kolumnist und Bayern-Präsident Franz Beckenbauer.

Aufmerksamkeit vermisste Podolski bei Magath, die Laune der rheinischen Frohnatur war so manches Mal getrübt. Der Trainer rede zu wenig mit ihm, wähnte sich der beste WM-Nachwuchsspieler in der neuen Fußball-Heimat allein gelassen. Mit alter Treffsicherheit und neuer Zuwendung fühlt er sich aufgenommen in die Bayern-Familie. Ich habe mit Ottmar Hitzfeld Gespräche geführt und das sieht man auf dem Platz, verriet Podolski, der beim 3:2-Sieg gegen Hertha BSC fast schon väterlich von Manager Uli Hoeneß in den Arm genommen wurde. Lukas hat sehr darunter gelitten, dass er wie fast alle anderen Nationalspieler nach der WM müde war, erläuterte der Manager.

Beim FC Bayern lief es nicht rund, umso wichtiger waren die Nationalmannschaftsaufenthalte für Prinz Poldis geplagte Seele. Bei Bundestrainer Joachim Löw war Podolski gesetzt, auch wegen seiner unglaublichen Torquote: 22 Treffer in 37 Länderspielen - so gut war nie zuvor ein 21-Jähriger im Nationaltrikot. Er hat überragende Qualitäten. Und für uns in der Nationalmannschaft war, ist und wird er immer ein wichtiger Bestandteil sein, sagte Löw, der vor dem Rückspiel der Bayern gegen Madrid den Formanstieg erleichtert zur Kenntnis nahm. Es war klar, irgendwann kommt auch Lukas Podolski wieder aus dem Tief heraus.

Tankte Podolski bislang in der für ihn heilen Auswahl-Welt Selbstvertrauen, kommen dort nun harte Proben auf ihn zu. Die Konkurrenten Mario Gomez und Kevin Kuranyi machten beim 3:1 gegen die Schweiz Boden auf die in Düsseldorf wegen einer Sperre fehlende Stammkraft Podolski gut. Wegen der Sperre von Miroslav Klose muss sich der Vollblut-Kicker am 24. März in der EM-Qualifikation gegen Tschechien als Sturmführer beweisen. Vier Tage später ist er dann im Test gegen Dänemark wegen seiner Roten Karte im Testspiel im vergangenen Oktober gegen Georgien nochmals zum Zuschauen verdammt.

Zwar wird Podolski nach der Hitzfeldschen Rotationsregel bei den Bayern auch wieder die Rolle des Bankdrückers übernehmen müssen, aber sein Stellenwert beim Trainer ist enorm hoch. Als Hitzfeld einen Tag vor dem Champions-League-Knüller gegen Madrid die Eckpfeiler seiner Mannschaft benannte, zählte er den erlauchten Kreis auf: Kahn, Lucio, Van Bommel, Hargreaves, Makaay - und neuerdings Podolski.


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