Berlin - Gewalt und Fremdenfeindlichkeit in deutschen Fußballstadien können nach Ansicht von DFB-Präsident Theo Zwanziger nur durch Fanprojekte und sichere Sportstätten eingedämmt werden.
Das erklärte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes im Sportausschuss des Deutschen Bundestages. Die Ausschreitungen haben im Osten Deutschlands, gerade in den unteren Ligen, in dramatischer Weise zugenommen, sagte er. Deshalb benötigen wir effektiv arbeitende Fanprojekte in Dresden, Leipzig und anderen Orten. Allerdings sei die Gewaltproblematik in ihren Ursachen vielschichtig und nicht nur isoliert auf den Fußball bezogen zu beurteilen, unterstrich er.
Zwanziger bezeichnete die gewaltbereiten Ultras als soziales Phänomen. Es seien idealistisch verblendete Fans, die treu zu ihren Vereinen ständen und dabei Polizei und DFB als Feindbilder hätten. Die Hooligans hingegen seien Gewalttäter, die auch außerhalb des Fußballs in Erscheinung treten. Gewalt im Fußball und Gewalt in der Gesellschaft werden wir nie ganz verbannen können, betonte Zwanziger. Von den 80 000 Fußballspielen, die wöchentlich ausgetragen werden, seien prozentual nur sehr wenige durch Gewaltaktionen belastet.
Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 habe die absolute Mehrheit der Deutschen das Ereignis feiern wollen und deshalb Gewaltaktionen nicht zugelassen. Dennoch seien im vergangenen Sommer Versuche unternommen worden, Hakenkreuzsymbole demonstrativ darzustellen. Das ist dann nicht gelungen, weil Bürger mit Zivilcourage eingeschritten sind, sagte Zwanziger.
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