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HSV nur Punktelieferant der Bayern? | 2006-11-24


Hamburg - Im vergangenen Jahr elektrisierte der Nord-Süd- Gipfel die Bundesliga, nun steht der Klassiker unter ganz anderen Vorzeichen: Der Hamburger SV steckt im Abstiegskampf und könnte für den FC Bayern München ein willkommener Punktelieferant werden.

Der HSV hat uns leider letzte Saison zwei Mal geschlagen. So kann es nicht weitergehen, sagte Bayern-Trainer Felix Magath vor dem Duell gegen seinen früheren Verein. Der HSV interessiere ihn nach dem FC Bayern in Deutschland am meisten, gab der ehemalige Kapitän und Coach der Hanseaten zu. Ich leide ein bisschen mit. Doch Mitleid ist das Letzte, was sein angeschlagener Kollege Thomas Doll brauchen kann: Wir werden mit einer gewissen Wut und Aggressivität in das Spiel gehen, denn es glaubt ja eh keiner mehr an uns.

Der gestrauchelte Champions-League-Teilnehmer hat seit fast acht Monaten keinen Heimsieg mehr eingefahren und seit Saisonbeginn nur in Leverkusen gewonnen. Dennoch sagte Doll nach der 1:3-Niederlage beim FC Arsenal: Wenn wir ein paar Prozente draufpacken, insbesondere was Engagement und Grundordnung anbelangt, können wir die Bayern zu Hause schlagen. Und Sportchef Dietmar Beiersdorfer, der ein emotionales Spiel zwischen zwei großen Clubs erwartet, ergänzte: Ich bin überzeugt, dass wir so kämpfen, dass wir auch gewinnen können.

Im Endspurt um die Halbzeitmeisterschaft können sich die Bayern als Tabellenvierter aber keinen weiteren Ausrutscher beim Vorletzten erlauben. Wir möchten weiter nach oben und haben uns zum Ziel gesetzt, dass wir bis zur Winterpause alle Spiele gewinnen wollen, sagte Abwehrspieler Daniel van Buyten vor der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte.

Dafür ist nach Ansicht von Kapitän Oliver Kahn noch mehr Konzentration in der Abwehrarbeit nötig. Wir müssen disziplinierter spielen, mahnte der Torwart. Magath wird gegenüber dem 2:2 bei Spartak Moskau wohl nur eine personelle Veränderung vornehmen. In der Abwehr dürfte der in der Champions League geschonte Nationalspieler Philipp Lahm wieder auf seinen Stammplatz links in der Viererkette zurückkehren. Auch Lucio ist nach seiner Verletzung wieder fit, doch neben van Buyten dürfte in der Innenverteidigung trotzdem erneut Martin Demichelis zum Zuge kommen. Wir müssen an unsere Leistung von Moskau anknüpfen und noch eine Schippe drauf legen, forderte Magath.

Gegen seinen alten Trainer will der frühere Bayern-Stürmer Paolo Guerrero zeigen, dass man ihn zu Unrecht hat ziehen lassen. Ein Tor wäre ein Traum, sagte der nach seinem Muskelfaserriss genesene Peruaner, der bisher erst zwei Mal für den HSV getroffen hat. Paolo ist voll im Training, da passt es ganz gut, dass er nun wieder dabei ist, betonte Doll, der den 22-Jährigen vermutlich von Anfang an für den glücklosen Danijel Ljuboja bringen wird. Für den gesperrten David Jarolim wird erneut Mario Fillinger spielen. Und der seit Monaten an mysteriösen Schmerzen in der Leistengegend leidende Thimothee Atouba wird mangels Alternativen erneut auf die Zähne beißen müssen.

In Topform ist derzeit einzig Kapitän Rafael van der Vaart, dessen schönstes HSV-Erlebnis der 2:1-Heimsieg am 24. September 2005 war: Ich habe ein Tor geschossen und wir haben gewonnen. Es gibt nichts Schöneres, als gegen den großen FC Bayern zu gewinnen.


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