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Streit um Ausrüster eskaliert | 2007-01-25


Berlin - Der eskalierte Streit um einen möglichen Wechsel des Ausrüsters bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat DFB-Präsident Theo Zwanziger auf den Plan gerufen.

Nachdem sich DFB-Teammanager Oliver Bierhoff und Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gegenseitig verbal attackiert hatten, griff Zwanziger persönlich ein. Es macht für mich keinen Sinn, wenn zwei verdiente Nationalspieler aufeinander losgehen, sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) der Bild-Zeitung. Er wolle sich um ein Friedens-Gespräch zwischen Bierhoff, Rummenigge und Liga-Chef Werner Hackmann bemühen. Mit dem Bayern-Vorstand hat Zwanziger bereits telefoniert, auch einen Kontakt zwischen Bierhoff und Rummenigge soll es schon gegeben haben.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist das Angebot des US-amerikanischen Sportartikel-Herstellers Nike, der dem DFB ab 2011 einen Ausrüstervertrag über zunächst acht Jahre mit einem Gesamtvolumen von angeblich 500 Millionen Euro angeboten hatte. Allerdings hatte der Verband zur Schlichtung des so genannten Schuhkriegs in der deutschen Nationalelf - einige Nationalspieler wollten unter Androhung eines Boykotts vor dem EM-Qualifikationsspiel Anfang September 2006 in Stuttgart gegen Irland (1:0) nicht mehr in den Schuhen des langjährigen DFB-Partners adidas spielen - angekündigt, den Vertrag mit adidas vorzeitig um weitere vier Jahre bis zur übernächsten Weltmeisterschaft 2014 in Südamerika zu verlängern. Dies war vom DFB auch offiziell als Kompromiss-Lösung verbreitet worden.

Nachdem Rummenigge geäußert hatte, dass er sich nicht vorstellen könne, dass ein Spieler von Bayern München jemals in einem deutschen Nationaltrikot von Nike auflaufen werde, konterte Bierhoff scharf. Rein faktisch bleibt dem FC Bayern gar keine Wahl. Laut Statuten müssen sie jeden Spieler abstellen, den wir für die Nationalmannschaft anfordern. Sonst können wir den Spieler durch die FIFA für Bayern sperren lassen, äußerte der Nationalmannschafts-Manager in der Sport Bild.

Rummenigge legte in der Bild nach, Bayern-Spieler würden im Nike-Trikot an keinem einzigen Werbetermin des DFB mehr teilnehmen. Bierhoff wiederum kommentierte beim Internet-Anbieter Sport 1: Bayern München hat adidas nicht nur als Partner, sondern auch als Anteilseigner. Da ist es vollkommen verständlich, dass sie da auch Position für sie beziehen.

Rummenigge warf Bierhoff, der früher als Repräsentant für Nike gearbeitet hatte und jetzt seine eigene Vermarktungsfirma gründete, sogar Eigeninteresse vor. Der DFB sollte aufpassen, dass die Ich-AG vom Starnberger See nicht außer Kontrolle gerät. Rummenigge weiter: Es geht hier nur um Kohle und Eigeninteressen.

Der langjährige Partner adidas, der rund elf Millionen Euro pro Jahr an den DFB überweisen soll, geht weiter von einer Vertragslaufzeit bis 2014 aus. Möglicherweise schon in den nächsten Tagen wird DFB-Präsident Zwanziger, der die Entscheidung über die Ausrüster-Zukunft als schwerste in seiner bisherigen Amtszeit bezeichnete, mit den adidas-Chefs zusammentreffen.


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