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HSV-Trainer Thomas Doll vor Schicksalsspielen | 2007-01-26


Hamburg - Thomas Doll wischt alle Bedenken beiseite: Vor der Rückrunde in der Fußball-Bundesliga hat der Trainer des Hamburger SV keine Angst.

Wir brennen darauf, dass es endlich wieder losgeht. Jeder weiß, worauf es ankommt, sagte der Coach des in akuter Abstiegsgefahr schwebenden Bundesliga-Gründungsmitglieds vor dem Auftaktspiel bei Arminia Bielefeld. Es ist an der Zeit, eine Serie zu starten. 2006 ist Gott sei Dank vorbei. Doch klar ist auch: Verliert der Tabellenvorletzte in den kommenden Partien weitere Punkte im Kampf um den Klassenverbleib, dürfte das Schicksal des einstigen Retters beim HSV besiegelt sein.

Auch für Sportchef Dietmar Beiersdorfer, der sich nach der Hinrunde für einen Verbleib Dolls stark gemacht hatte, zählen in Bielefeld, zu Hause gegen Energie Cottbus und bei Hertha BSC Berlin nur Resultate. Seine Prognose fällt jedoch vorsichtig aus: Es darf uns nichts überraschen, wir müssen mit allem rechnen. Die Anspannung sei ohnehin sehr hoch, sie dürfe nun nicht kontraproduktiv werden.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Udo Bandow wurde deutlicher: Es ist sicherlich nicht zu viel verlangt, aus 17 Spielen neun Siege zu holen. Ein offizielles Ultimatum für Doll gibt es noch nicht. Dafür ist der Kumpel-Coach im Team und bei den Fans noch zu beliebt.

In Bielefeld wird die Post abgehen, kündigte Doll forsch an. Von den schwachen Testspielen gegen Bayern München (0:2) und Oberligist Altona 93 (2:0) zeigt er sich unbeeindruckt. Die Jungs müssen sich am Wochenende zerreißen. Das ist entscheidend. Damit nicht nur Worthülsen übrig bleiben, stauchte er seinen Kader im Training ungewohnt lautstark zusammen. Auch der sechsköpfige Mannschaftsrat wurde mit drei neuen Spielern bestückt. Starke Persönlichkeiten wie der neue Torhüter Frank Rost sollen das Kämpferherz wecken.

Allerdings sprechen die Erkenntnisse aus der Winterpause gegen eine Trendwende bei den Hamburgern, die in der Hinrunde nur ein Spiel gewinnen konnten (2:1 in Leverkusen). In der Vorbereitung ließen komplette Mannschaftsteile die Bundesligareife vermissen. Vor allem im Angriff stockt es. Wir müssen torgefährlicher werden, sagte auch Doll. Es fehle die nötige Präsenz im und um den Strafraum. Abhilfe könnte nach der Leihgabe von Benjamin Lauth an den VfB Stuttgart ein neuer Stürmer schaffen. Doch Beiersdorfer hat noch kein As im Ärmel: Wir sondieren den Markt. Ist eine Top-Kraft nicht zu bekommen, will man auf einen Lauth-Ersatz verzichten.

Auch sonst steht es personell noch nicht wieder zum besten. Guy Demel, Juan Pablo Sorin und Nigel de Jong gehören zwar zum Aufgebot, ihnen fehlt jedoch die Spielpraxis. Weiterhin nicht einsatzfähig sind Raphael Wicky, der immerhin wieder mit dem Team trainiert, sowie Piotr Trochowski, Vincent Kompany und Paolo Guerrero. Zudem gibt es für Kapitän Rafael van der Vaart (Rotsperre) keine echte Alternative.


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