Nürnberg - Mit dem ersten Heimsieg gegen den VfB Stuttgart seit über 12 Jahren hat der 1. FC Nürnberg den Schwaben auch den Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga verdorben. Die Mannschaft von Trainer Armin Veh geriet im Südderby beim Club mit 1:4 (1:1) böse unter die Räder.
Damit verpasste der VfB mit der zweiten Saison- Auswärtspleite den Sprung auf den dritten Tabellenplatz. Die herausragenden Iwan Saenko (25.) und Vratislav Gresko (50.) sowie Markus Schroth (69.) und ein Eigentor von Ludovic Magnin (76.) machten vor 35 082 Zuschauern Nürnbergs höchsten Saisonsieg perfekt und schickten nach einem glänzenden Offensivauftritt den VfB nach dem 3:0 im Hinspiel erneut als Verlierer vom Platz.
Ich habe nur Lob für meine Mannschaft, die richtig stark gespielt hat, sagte der hoch zufriedene Club-Trainer Hans Meyer nach der FCN-Gala. Ich bin froh, dass es vorbei ist. Der Druck war groß, und es war ein kompliziertes Spiel für mich, stellte FCN-Torwart Raphael Schäfer nach dem Erfolg gegen seinen künftigen Verein erleichtert fest. VfB-Coach Armin Veh bezeichnete den Nürnberger Sieg als verdient, denn wir haben nie gezeigt, was uns sonst auszeichnet.
Bei zeitweise heftigem Schneegestöber sorgten krasse Torwartfehler von VfB-Keeper Timo Hildebrand und seinem Nachfolger Schäfer, der im Sommer ins Schwabenland wechselt, in der ersten Halbzeit für die Höhepunkte beim verdienten Erfolg des Club, der sich zunächst auf den sechsten Tabellenplatz verbesserte. Nach dem Seitenwechsel standen Gresko, der beim ersten Einsatz von Beginn an seine starke Leistung mit dem ersten Bundesliga-Treffer krönte, und Serdar Tasci im Blickpunkt. Der junge VfB-Verteidiger fuhr FCN-Profi Javier Pinola völlig unnötig von hinten in die Beine und sah zu Recht die Rote Karte (58.).
In Unterzahl war der VfB, der nach der Pause eine große Möglichkeit durch Cacau (46.) vergab, ohne Chance. Schroth nach Pinola-Hereingabe und der eingewechselte Magnin mit einem unglücklichen Eigentor nach Flanke des als Vorbereiter glänzenden Robert Vittek machten das Debakel für den VfB und auch Hildebrand perfekt. Es wird sicher nachgekartet, aber für mich ist das abgehakt. Für die Torhüter waren die Bedingungen schwierig, sagte der VfB-Torwart zu seinem Patzer vor Nürnbergs Führungstor.
Nach der sechswöchigen Winterpause überzeugten die Nürnberger, bei denen nach dem Ausfall der Innenverteidiger Glauber und Michael Beauchamp Routinier Marek Nikl den Vorzug vor dem erst 18-jährigen Australier Matthew Spiranovic erhielt, mit schnellem und direktem Offensivspiel. Saenko (25.) belohnte als Erster die Angriffsbemühungen der Franken mit tatkräftiger Unterstützung von Hildebrand. Er konnte einen Aufsetzer von Vittek nicht festhalten, Saenko schaltete am schnellsten und brachte den FCN mit seinem fünften Saisontreffer in Führung.
Wenig später machte der zuvor 440 Minuten ungeschlagene Hildebrand seinen Fehler mit einer Blitzreaktion gegen den russischen Nationalspieler wieder gut. Auch Schäfer zeigte beim Duell mit Hildebrand vor den Augen von Bundestorwart-Trainer Andreas Köpke Nerven und schenkte seinem künftigen Arbeitgeber den schmeichelhaften Ausgleich. Schäfer klatschte einen Schuss von Mario Gomez auf die Füße von Cacau, und der Ex-Nürnberger staubte zum 1:1 ab.
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