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Blatter kritisiert DFB für Kulissenarbeit | 2007-01-29


Düsseldorf - FIFA-Präsident Joseph Blatter hat mit offener Kritik am Deutschen Fußball-Bund (DFB) der Debatte um eine drohende Isolation des größten Sportfachverbandes neue Nahrung gegeben.

Der Weltverbandschef - der selbst aktiv Werbung für den neuen UEFA- Präsidenten Michel Platini gemacht hatte - monierte nachträglich die hauptsächlich von DFB-Präsident Theo Zwanziger vorangetriebene Unterstützung für den vom Spitzenamt der Europäischen Fußball-Union (UEFA) abgewählten Schweden Lennart Johansson. Der DFB hat viel Kulissenarbeit betrieben, das ist nicht gut, sagte Blatter in einem Interview dem kicker. Der DFB wollte die Aussagen Blatters nicht kommentieren.

Blatter empfahl Zwanziger, dessen im September 2006 aus dem Amt geschiedenen Vorgänger Gerhard Mayer-Vorfelder wieder mehr Einfluss auf nationaler Ebene zu ermöglichen. Er habe in einem Gespräch mit Zwanziger klar gemacht, dass man Mayer-Vorfelder nicht einfach als Fremdling behandelt. Mayer-Vorfelder ist als Exekutivmitglied der UEFA neben dem für ihn in die FIFA-Exekutive aufgerückten Franz Beckenbauer wichtigster deutscher Funktionär auf der internationalen Fußball-Bühne. Im Gegensatz zur offiziellen DFB-Linie hatte er sich für Platini ausgesprochen und gilt als Blatter-Vertrauter. Erst 2009 scheidet er aus der UEFA-Exekutive aus.

Blatter unterstellte Zwanziger und Mayer-Vorfelder ein nahezu zerrüttetes Verhältnis, das er nun wieder verbessern wolle. Ich will versuchen, diese zerbrochene Doppelspitze wieder zusammenzubringen, dass die betreffenden Leute wieder anständig miteinander umgehen, sagte der Schweizer. Negative Konsequenzen habe der DFB wegen seiner Johansson-Werbung aber nicht zu befürchten. Das ist vorbei, wir starten wieder bei null. Von meiner Seite aus gibt es keine Ressentiments. Im Gegenteil, ich will dem DFB helfen, sagte er.

Allerdings ist das Verhältnis des DFB zu Blatter-Zögling Platini und damit zur UEFA nach den Kongresstagen in Düsseldorf äußerst angespannt. Zwanziger ist für seine Worte selbst verantwortlich, reagierte der Franzose auf die Skepsis des DFB-Chefs an der Umsetzbarkeit seines sozialromantischen Wahlprogramms. Am UEFA-Sitz in Nyon dürfte der DFB künftig keine großen Einflussmöglichkeiten haben, und bei der FIFA ist von Neu-Exekutivmitglied Beckenbauer gleich zum Amtsbeginn viel diplomatisches Geschick vonnöten.

Blatter machte deutlich, dass er die Wahl seines Schützlings Platini begrüßt. Hart ging der FIFA-Chef mit der bisherigen UEFA- Administration ins Gericht. Seit 1995 hat man bei der UEFA eine Autonomie-Tendenz. Man wollte zeigen, dass man keine FIFA braucht, sondern es alleine machen kann. Das war für mich ein Problem seit meiner Wahl zum FIFA-Präsidenten. Mit Platini habe ich dieses Problem nicht mehr, sagte Blatter. Er unterstellte, die UEFA sei nicht von Johansson, sondern von deren Verwaltung geführt worden und habe sich gegenüber anderen Kontinentalverbänden unsolidarisch verhalten. Der Einfluss der Administration werde nun durch Platini begrenzt.


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