Kaiserslautern - Der 1. FC Kaiserslautern gibt sich nach dem Remis im brisanten und von Ausschreitungen begleiteten Südwestderby der 2. Fußball-Bundesliga gegen den Karlsruher SC noch lange nicht geschlagen.
Der Punkt ist zu wenig. Aber es sind erst zwei Spieltage in der Rückrunde gespielt. Es wird noch genügend Spiele geben, um sich weiter nach oben zu kämpfen, sagte Stürmer Benjamin Auer nach seinem Debüt im Pfälzer Dress beim 1:1 (0:1).
Gegner KSC ist für die Pfälzer allerdings so gut wie uneinholbar. Die Nordbadener thronen neun Punkte von einem Nichtaufstiegsrang und zehn Zähler von den Lauterern entfernt auf dem Tabellengipfel und können die Planungen für die Rückkehr ins Oberhaus vorantreiben. Wenn er verlängern will, braucht er nur zu kommen, sagte Manager Rolf Dohmen über Erfolgs-Trainer Edmund Becker. Kurz vor der Partie hatten sich Kapitän Mario Eggimann (2010) und der derzeit verletzte Angreifer Sebastian Freis (2009) für weitere Jahre an die Karlsruher gebunden.
In der Partie leistete dann Top-Torjäger Giovanni Federico seinen Beitrag zur Zukunftssicherung der Nordbadener mit seinem zwölften Saisontreffer (22.). Nach der Gelb-Roten Karte gegen Michael Mutzel (55.) kippte die Begegnung zu Gunsten der Gastgeber, die durch Axel Bellinghausen (67.) vor 44 007 Zuschauern - Zweitliga-Rekordkulisse für den FCK - im Fritz-Walter-Stadion zum verdienten Ausgleich kamen. Das 1:1 nutzt den Karlsruhern mehr als uns, räumte der Schütze zum 100. Lauterer Zweitliga-Tor aber ein.
Trainer Wolfgang Wolf, der vier Winter-Neuzugänge aufbot - darunter das noch nicht harmonisierende Stürmer-Duo Auer/Emeka Opara -, haderte mit dem Defensivverhalten beim Gegentor. Einmal nicht aufgepasst - und schon hatte der Gegner eine hundertprozentige Torchance, sagte der Ex-Profi. Es werde nicht mehr lange dauern, dann stehe die Mannschaft, die seit zehn Spielen immerhin ungeschlagen ist, optimal. Noch ist nichts passiert - wir werden bis zum Schluss um den Aufstieg mitspielen, sagte der Trainer.
Überschattet wurde das Spiel vom Verhalten einiger Fans vor, während und nach dem Spiel. Ein Polizist wurde vor dem Anpfiff von einer Flasche am Kopf getroffen und musste noch am Abend operiert werden. Um einen Zusammenstoß zwischen Fans beider Teams zu vermeiden, musste die Polizei nach eigenen Angaben vom Dienstag Schlagstöcke einsetzen. Ein Anhänger, der gezündelt haben soll, wurde festgenommen und sollte am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Eine gezündete Rauchbombe sorgte kurz nach Spielbeginn im KSC-Fanblock für eine mehrminütige Spielunterbrechung. Und auch nach dem Spiel habe die Polizei gegen rabiate und aggressive KSC-Fans vorgehen müssen, hieß es.
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