Wolfsburg - Kein Sieg, kein Tor, aber wenigstens zwei Vorlagen: Marcelinhos Bilanz nach 180 Minuten im Trikot des VfL Wolfsburg fällt bescheidener aus, als sie sich der brasilianische Mittelfeldstar bei seiner Rückkehr in die Fußball-Bundesliga vorgestellt hatte.
Wir haben gut gespielt. Uns fehlt aber das Glück und die Konzentration. Das Unentschieden war am Ende gerecht, sagte der 31 Jahre alte Regisseur nach dem 2:2 (1:0) gegen Eintracht Frankfurt, mit dem die Wölfe ihre seit dem 11. November anhaltende Negativserie auf mittlerweile acht sieglose Spiele ausbauten.
Marcelinho verhinderte mit seiner Freistoßflanke auf Mike Hanke, der zum Endstand einköpfte (73.), noch das totale Desaster für die Mannschaft von Trainer Klaus Augenthaler. Richtig trösten konnte ihn das aber auch nicht. Ich versuche immer, mich anzubieten. Das geht immer besser. Aber noch haben wir viel Arbeit vor uns, gestand der von den nur 15 097 Zuschauer in der Volkswagen Arena lautstark, aber nicht unbedingt euphorisch empfangene Hoffnungsträger selbstkritisch ein.
VfL-Torjäger Diego Klimowicz, der den VfL mit seinem ersten Saisontor nach acht Minuten in Führung gebracht hatte, ging sogar noch einen Schritt weiter. Dieses Unentschieden ist wie eine Niederlage, schimpfte der Argentinier, der sich von langwierigen Verletzungen genesen so spielfreudig wie in dieser Saison noch nicht präsentierte. Das taten auch seine Kollegen - allerdings nur in den ersten 30 Minuten. Da haben wir richtig guten Fußball gespielt, lobte auch Hanke, der zu dem Zeitpunkt noch die Bank gedrückt hatte.
Der deutsche Nationalstürmer besitzt bei Augenthaler derzeit nicht die besten Karten. Das wurmt den 23-Jährigen. Und stachelt ihn an. Ich bin heiß und will Tore schießen, sagt er und hofft, dies auch gegen Bayer Leverkusen im zweiten Heimspiel der englischen Woche unter Beweis stellen zu können. Wir müssen jetzt am Wochenende damit beginnen, womit wir schon gegen Frankfurt anfangen wollten: richtig punkten, forderte Augenthaler nachhaltig.
Auch Auges Frankfurter Kollege Friedhelm Funkel haderte. Er registrierte zwar die ersten Eintracht-Tore in der Bundesliga-Geschichte und den ersten Punkt beim VfL überhaupt mit Wohlwollen. So richtig freuen konnte sich Funkel nach dem Remis, zu dem Michael Thurk (63.) und Alexander Meier (69.) die Tore beisteuerten, aber nicht. Wir waren in den ersten 20 Minuten nicht auf dem Platz. Mich ärgert der Ausgleich, weil wir da im Zentrum nicht aufgepasst haben, benannte er die Ursachen für den verpassten ersten Sieg seit fünf Partien. So wächst der Druck vor dem Derby gegen Mainz 05.
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