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Derby in Nürnberg: Hitzfeld fordert Leidenschaft | 2007-02-01


Nürnberg/München - Das Trainerspektakel beim FC Bayern hat auch beim 1. FC Nürnberg Erstaunen ausgelöst, doch der Club lässt sich von der Aufbruchstimmung beim Fußball-Rekordmeister nicht beeindrucken.

Vielleicht gelingt uns gegen den hohen Favoriten eine Überraschung, sagte FCN-Sportdirektor Martin Bader vor dem 48. bayerischen Bundesligaderby im Nürnberger WM-Stadion angriffslustig. Doch Ottmar Hitzfeld will mit einem Sieg in seine zweite Trainer-Mission in München starten: Die Nürnberger haben einen guten Lauf, aber wir sind immer noch der FC Bayern und brauchen uns vor ihnen nicht zu verstecken.

Kräfte bündeln, Teamgeist stärken, nach vorne schauen - das ist Hitzfelds Gebot für die ersten Wochen. In Nürnberg fordert er von seiner verunsicherten Mannschaft Leidenschaft und Willen. Es geht darum, sofort positive Ergebnisse zu liefern, sagte der 58-Jährige, der in München als Nachfolger des Tags zuvor entlassenen Felix Magath vorgestellt wurde. In Einzelgesprächen mit Führungsspielern wie Oliver Kahn und Mark van Bommel will Hitzfeld vor dem Duell mit dem Club erkunden, wo es Baustellen innerhalb des Teams gibt.

Über Taktik oder Spielsystem will er sich zunächst nicht äußern, denn das wäre indirekt Kritik an Magath. Aber in Nürnberg soll seine Handschrift schon erkennbar sein. Beim ersten Training war klar, welche elf Spieler Hitzfeld in die Startelf holt und dass er im Mittelfeld zur Viererkette zurückkehrt. Dabei soll Owen Hargreaves bei seinem Comeback nach über vier Monaten Verletzungspause eine zentrale Rolle spielen. Willy Sagnol, der bei der 0:0-Blamage gegen den VfL Bochum pausiert hatte, kehrt auf seine Stammposition als rechter Verteidiger zurück. Im Angriff dürfte Claudio Pizarro erneut den Vorzug vor Lukas Podolski bekommen.

Der FCN nahm den Trainertausch in München überrascht zur Kenntnis, zog daraus aber keinerlei Schlüsse für das traditionsreiche Derby. Für uns ändert sich dadurch überhaupt nichts, sagte Bader und tat das Gerede über mögliche Vor- oder Nachteile für den FCN als reine Kaffeesatzleserei ab. Trainer Hans Meyer geht nicht davon aus, dass Ottmar etwas Überraschendes macht und betonte, dass ihm die Entwicklung in München völlig egal sei, auch wenn die Bayern drei Mal in der Woche den Trainer wechseln.

Die Nürnberger, die am 15. September 1999 ihren letzten Heimsieg (2:0) gegen die Bayern feierten, genießen wie immer ihre Außenseiterrolle. Daran werde ich auch in den kommenden zehn Jahren nichts ändern, meinte Meyer, schließt aber einen Sieg nicht aus: Die heutige Mannschaft hat natürlich eine Chance. Der missratenen Rückrundenstart des bayerischen Rivalen ist für Meyer aber kein Freifahrtschein. Ich glaube nicht, dass der FC Bayern auf Grund der momentanen Situation verängstigt ist. Vielmehr geht er davon aus, dass Hitzfelds Präsenz, seine unglaubliche Ausstrahlung und sein Wort zählen werden.

Personell macht sich Meyer Sorgen um Raphael Schäfer. Der Torhüter laboriert seit dem 0:0 in Mönchengladbach an einer Sprunggelenksverletzung. Über seinen Einsatz wird wohl erst am Spieltag entschieden. Fehlen wird womöglich auch Innenverteidiger Marek Nikl (Oberschenkelprellung) - für ihn steht der Australier Michael Beauchamp bereit.


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