Aachen - Dieter Hecking rechnet bei seiner Rückkehr zum Tivoli mit Beifall und Pfiffen. Rund fünf Monate nach seinem überraschenden Wechsel von Alemannia Aachen zum Bundesliga-Rivalen Hannover 96 tritt der 96-Coach erstmals gegen seine frühere Mannschaft an.
Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, das wäre ein normales Bundesligaspiel für mich. Was mich genau erwartet, weiß ich nicht. Ich freue mich aber auf das Spiel, sagte der 42 Jahre alte Fußball-Lehrer.
Hecking kehrt für wenige Stunden zu einem Verein zurück, den er nach 36 Jahren in die Bundesliga zurückgeführt und bei dem er sich mehr als zwei Jahre sehr wohl gefühlt hatte. Ich werde viele Bekannte, Freunde und ehemalige Spieler treffen. Zu einigen habe ich noch ein gutes Verhältnis, zu anderen nicht, erklärte der Trainer. Trotz der sportlichen Erfolge in Aachen ließ er sich nach dem dritten Vorrunden-Spieltag am 7. September 2006 für schätzungsweise eine Million Euro von Hannover 96 aus einem laufenden Vertrag herauskaufen.
Diese ungewöhnliche Aktion stieß nicht nur bei den Alemannia-Fans, sondern in der gesamten Fußball-Branche auf Kritik. Das mit meinem Abschied negative Schlagzeilen verbunden waren und mich nicht jeder verstanden hat, dafür habe ich auch Verständnis, sagte Hecking. Er kann sich nun intensiver der Familie widmen, die bereits in seiner Aachener Zeit in Bad Nenndorf vor den Toren Hannovers wohnte. Zudem gilt der frühere 96-Spieler spätestens seit dem 5:0-Kantersieg gegen Hertha BSC als Glücksfall bei den Niedersachsen.
Diese Entschlossenheit wird auch in Aachen gefordert sein. Ich erwarte ein sehr intensiven Spiel. Alemannia ist ein geschlossenes Team und verfügt über eine gute Physis. Reiner Plaßhenrich und Jan Schlaudraff werden wohl spielen, sagte Hecking. Er und Co-Trainer Dirk Bremser kennen die Alemannia-Profis wahrscheinlich besser als sein Nachfolger und derzeitige Alemannia-Coach Michael Frontzeck.
Hecking sieht sein Ex-Team nach zwei Niederlagen unter Zugzwang. Geschenke in Form von Punkten will er aber bei der Rückkehr nicht verteilen. Wir haben die Möglichkeit, mit einem Sieg ein Polster zu den Abstiegsrängen zu schaffen, sagte der 96-Coach.
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