Catania - Schwere Ausschreitungen im italienischen Fußball: Bei heftigen Krawallen von Fans am Rande des italienischen Ligaspiels zwischen Catania Calcio und US Palermo ist ein 38-jähriger Polizist ums Leben kommen.
Die italienische Polizei nahm 15 Personen fest. Der Täter sei jedoch noch nicht gefasst, teilten die Behörden mit. Die Festgenommenen seien Hooligans aus Catania. Diese hatten Fans des FC Palermo und die Polizei mit Steinen, Rauchbomben und Sprengkörpern angegriffen. Ein Sprengsatz traf den 38 Jahre alten Polizisten tödlich im Gesicht. Ein weiterer wurde schwer verletzt, schwebte am Tag nach den Ausschreitungen jedoch nicht mehr in Lebensgefahr. In den drei Krankenhäusern der Stadt wurden 71 Verletzte behandelt.
Der kommissarische Präsident des Italienischen Fußball-Verbandes (FIGC), Luca Pancalli, sagte daraufhin auf unbestimmte Zeit den Spielbetrieb in allen italienischen Profiligen ab. Davon betroffen ist auch das Spitzenspiel zwischen Inter Mailand und AS Rom am Abend des 4. Februar. Das Freundschaftsländerspiel am 7. Februar in Siena gegen Rumänien wurde ebenfalls abgesagt. Für den 5. Februar wurde ein Krisengipfel des FIGC mit dem Nationalen Olympischen Komitee (CONI) und der Regierung in Rom einberufen.
So eine drastische Entscheidung ist in Italien bisher noch nie getroffen worden, kommentierte die Nachrichtenagentur Ansa. Es wird nicht weitergespielt, bis diese Gewalttäter nicht gefasst sind. Dies sind kriminelle Akte und als solche müssen sie bekämpft werden, sagte Pancalli. Insgesamt neun Randalierer seien nach den Ausschreitungen festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Das italienische Fernsehen brachte Sondersendungen zu den Ausschreitungen. Die Mailänder Zeitung Corriere della Sera schrieb: Fußball ist eine große Sache, er hat viel Platz im Fernsehen und hat das Charisma einer Religion, aber er ist es nicht wert, dass jemand für dafür stirbt. Der Tod ist das Ende. Eine endgültige Unterbrechung. Aber da ist auch immer etwas, das hätte getan werden können und das nicht getan wurde. Aber die eigentliche Frage ist diese: Darf man es zulassen, dass Fußball zu einer Schlacht wird?
Das seit jeher emotionsgeladene sizilianische Derby war nach den Vorkommnissen auf den Rängen in der 57. Minute unterbrochen worden und wurde erst nach rund 40-minütiger Pause fortgesetzt. Die Polizei setzte auch Tränengas ein, um die Randalierer unter Kontrolle zu bringen. Die schlimmsten Krawalle ereigneten sich jedoch erst nach dem Spiel außerhalb des Stadions Angelo Massimino. Der Polizist kam ums Leben, als er von einem Sprengkörper im Gesicht getroffen wurde, hieß es.
Am Ende gewann Palermo die Partie mit 2:1, doch das interessierte kaum noch jemanden. Das sind Verbrecher. Wir haben heute alle verloren, sagte der Vereinspräsident von US Palermo, Maurizio Zamparini.
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