Sport News :: Fussball News

SPORT NEWS:

SPORTWETTEN:

POKER

ARCHIV:

LINK EXCHANGE:

Italien: Nach der tödlichen Randale ruht der Ball | 2007-02-03


Catania - Nach dem zweiten Toten innerhalb einer Woche ruht der Fußball in Italien. Der italienische Fußballverband (FIGC) setzte nach den schweren Krawallen am Rande des Serie-A-Spiels zwischen Catania Calcio und US Palermo (1:2) alle Ligaspiele für unbestimmte Zeit aus.

Auch das für den 7. Februar in Siena geplante Freundschafts-Länderspiel gegen Rumänien wurde abgesagt, nachdem ein 38 Jahre alter Polizist durch einen Sprengkörper vor dem Stadion Angelo Massimino getötet wurde. Ein weiterer Beamter erlitt schwere Verletzungen, war am Tag nach den Ausschreitungen aber außer Lebensgefahr. Bereits am Wochenende zuvor war der Manager eines süditalienischen Amateurclubs bei einer Prügelei auf dem Platz umgekommen.

Noch in der Krawall-Nacht verhaftete die Polizei in Catania 15 Randalierer, sieben von ihnen waren minderjährig. Der Täter konnte nach Angaben der Behörden jedoch noch nicht gefasst werden. Die Staatsanwaltschaft in der sizilianischen Hafenstadt ermittelt.

Nun geht es nicht mehr weiter, zog FIGC-Präsident Luca Pancalli wenige Stunden nach den tödlichen Krawallen die Notbremse. Sein Stopp aller Spiele wurde von den Clubs, dem Nationalen Olympischen Komitee (CONI) und der Regierung in Rom ausnahmslos begrüßt. Für alle Sportveranstaltungen am Wochenende des Unglücks wurde in Italien eine Schweigeminute angesetzt.

Jetzt brauchen wir ein starkes Signal, um den Verfall des Fußballs zu verhindern, sagte Ministerpräsident Romani Prodi. Sportministerin Giovanna Melandri forderte drastische Maßnahmen. Die Regierung wird nicht mehr jedes Wochenende tausende Polizisten zu den Spielen schicken, wenn diese dann auch noch um ihre Unversehrtheit fürchten müssen, warnte Melandri. Fußball ohne massiven Polizeischutz ist in Italien allerdings nicht möglich, da die Clubs die Gewalt innner und außerhalb der Stadien nicht in den Griff bekommen.

In Absprache mit der Regierung haben CONI und der Fußballverband schon für den 4. Februar einen ersten Krisengipfel in Rom einberufen, um über drastische Maßnahmen gegen die seit Jahren herrschende Gewalt im italienischen Fußball zu beraten. Dies ist ein schrecklicher Moment. Jetzt geht es um die Zukunft des Fußballs, sagte Liga-Präsident Antonio Matarese. Nach dem Liga-Manipulationsskandal im vergangenen Sommer und den jetzigen Gewalt-Exzessen muss Italien auch um die bislang als sehr aussichtsreich eingeschätzte Kandidatur für die Ausrichtung der Europameisterschaft 2012 bangen. Die EM 2012 wird im April vergeben.

In Catania hatten hunderte von so genannten Ultras die Fans des US Palermo und die Polizei mit Steinen, Rauchbomben und Sprengsätzen offensichtlich geplant angegriffen. Es war wie ein Hinterhalt, berichtete ein Polizist. 71 Personen mussten in den drei Krankenhäusern der Stadt behandelt werden, die aufgrund der großen Zahl der Verletzten den Notstand ausriefen.

Diese Randalierer sind Verbrecher, klagte Palermos Präsident Maurizio Zamparini. Catanias Präsident Antonio Pulvirenti kündigte seinen Rücktritt an: In Catania kann man keinen Fußball spielen, sagte er verzweifelt. Ausschreitungen gehören bei den sizilianischen Derbys zwischen Palermo, Catania und Messina zum traurigen Alltag. Wie alle anderen Sport-Funtionäre und Politiker zeigte sich Pulvirenti schockiert und sprach den Angehörigen des toten Polizisten sein Mitgefühl aus. Der Polizist hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.


Notizen von der Hinrunde
Seeler glaubt an seinen HSV
OUT: DFB-Defensive
Lincoln droht längere Sperre nach Spuckattacke
Jaras Jugendstil weckt Begehrlichkeiten
Ronaldo fällt möglicherweise mehrere Monate aus
Boulahrouz und Demel verlängern bis 2010
HSV verpflichtet Dortmunder Talent Kosi Saka
Luhukay verbannt Sonck und hofft auf Wende
VfL Wolfsburg verpflichtet Bojan Neziri

1492 | 1231 | 1996 | 1328 | 1651 | 13923 | 13860 | 13216 | 13569 | 13534 |