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Stevens HSV-Debüt geht daneben: 1:2 in Berlin | 2007-02-03


Berlin - Herthas Neuzugang Mineiro hat Huub Stevens seinen Einstand als HSV-Retter gründlich verdorben. Der 31-jährige Brasilianer, der erst vor drei Tagen aus Sao Paulo nach Berlin gekommen ist, sicherte mit einem Traumtor in der Nachspielzeit das 2:1 (0:1) für Hertha BSC.

Auch im Spiel eins nach Thomas Doll konnte der Hamburger Krisenclub den Absturz nicht stoppen, obwohl die Gäste nach einem Treffer von Alexander Laas (33. Minute) lange geführt hatten. Das ist bitter für die Spieler, aber wir müssen weiter, kommentierte Stevens die erneute Niederlage seines neuen Clubs. Wie schon so oft reichte ein 1:0 nicht: Hertha-Kapitän Arne Friedrich glich per Kopf aus (78.). Dann kam Mineiro und donnerte den Ball aus 30 Metern ins HSV-Tor (90.+1).

Damit wartet der Bundesliga-Dinosaurier bereits seit mehr als drei Monaten auf den erlösenden Dreier in der Meisterschaft. Mit 15 Punkten und nur einem Saisonsieg wird für Stevens beim Tabellen-Schlusslicht das Unternehmen Klassenverbleib in den kommenden 14 Endspielen zur Schwerstaufgabe. Wir müssen die Ruhe bewahren und weiter vernünftig an den Fehlern arbeiten, erklärte ein geschockter HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer. Und Bastian Reinhardt, dessen Schuss kurz vor Schluss Mitspieler Boubacar Sanogo den Weg ins Hertha-Tor verwehrte, schloss an: Ich verstehe die Welt nicht mehr.

Die Gastgeber, die sich unbedingt für die 0:5-Pleite drei Tage zuvor in Hannover rehabilitieren wollten, behielten ihre makellose Heimbilanz (acht Siege und zwei Remis) und sind nun seit neun Monaten im eigenen Stadion unbezwungen. Top-Torjäger Marko Pantelic scheiterte noch mit einem Foulelfmeter an HSV-Keeper Frank Rost (9.). Hertha holte sich den fünften Tabellenplatz zurück, wofür sich Trainer Falko Götz auch bei seinem Neuen Mineiro bedankte: Herzlich willkommen in Berlin.

Nach einer hektischen Trainersuche nahm der 53-jährige Stevens, der sich am Vorabend direkt vom letzten Arbeitsplatz Kerkrade kommend seinem neuen Team vorgestellt hatte, auf der HSV-Bank Platz - und wurde von vielen der 47 354 Fans im Olympiastadion ausgepfiffen. Der Niederländer hatte von Juli 2002 bis Dezember 2003 in 48 Spielen die Hertha betreut. Das Spiel war für mich natürlich etwas Besonderes, aber es war nur das erste von 15 Endspielen, sagte der in Berlin unbeliebte Stevens. Wir müssen jetzt viel reden mit den Spielern.

Die Hamburger, die nach Ablauf seiner Rot-Sperre wieder mit Rafael van der Vaart antraten, stellten sich eine Halbzeit entschlossen vor, profitierten aber auch von den Schwächen der Herthaner. Nach Zerren von Nigel de Jong an Pantelic scheiterte Berlins bester Schütze per Strafstoß am Neu-Hamburger Rost. In der umkämpften Partie setzten die Gäste danach die Akzente. Van der Vaart scheiterte mit einem Freistoß knapp (14.), Bastian Reinhardt legte das Leder Hertha-Schlussmann Christian Fiedler aus sechs Metern in die Arme (26.).

Bei der Hamburger Führung halfen die Berliner kräftig mit. Malik Fathi vertändelte gegen Ivica Olic. Und den Schuss von Laas ließ Fiedler unter seinem Körper durchrutschen. Hertha investierte nach der Pause mehr, der HSV baute ab. Nach der Einwechslung von Mineiro köpfte zunächst Friedrich einen Freistoß von Gilberto ins Netz. Und als Sorin und Reinhardt die Riesenchance zum zweiten Hamburger Tor vergeben hatten (84.), fasste sich der Neuzugang selbst ein Herz.


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