Krisengipfel im italienischen Fußball - Trauerfeier | 2007-02-05
Catania - Im sizilianischen Catania hat die Trauerfeier für den bei Fußball-Krawallen getöteten italienischen Polizisten Filippo Raciti begonnen. An der Zeremonie im Dom nahmen Innenminister Giuliano Amato, Außenminister Giancarlo Fini sowie Jugendministerin Giovanna Melandri teil.
Tausende Tifosi waren vor den Dom gekommen. Als der Sarg mit dem 38-jährigen Toten vor der Kirche eintraf, brandete langer Beifall auf. Catania sagt Nein zur Gewalt, stand auf einem Spruchband der Fans. Die Zeremonie wurde vom staatlichen italienischen Fernsehen live übertragen.
Zugleich ging die Suche nach den Tätern weiter. Nach Angaben der Justiz gab es bislang rund 30 Festnahmen. Außerdem wurden etwa 20 Wohnungen von radikalen Fans durchsucht. Nach italienischen Medienberichten wurde der Polizist durch einen Schlag mit einer Eisenstange oder durch Tritte in den Magen getötet. Er sei an inneren Blutungen gestorben.
Bereits wenige Stunden nach der Trauerfeier wollen Innenminister Amato und die Führung des italienischen Fußballs sowie das Nationale Olympische Komitee (CONI) zu einem Krisengespräch zusammentreffen. Innerhalb des Fußballverbandes regt sich Widerstand gegen die harte Linie Amatos, der Presseberichten zufolge den Spielbetrieb noch mindestens für ein weiteres Wochenende ruhen lassen will. Wie die Zeitung La Repubblica berichtet, entsprechen derzeit lediglich drei Fußballstadien in ganz Italien den geforderten Sicherheitsbedingungen.