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Zidan-Gala dank Fußball-Flüsterer Klopp | 2007-02-11


Mainz - Matchwinner Mohamed Zidan wurde auf Schultern getragen, Trainer Jürgen Klopp kletterte auf den Fanzaun und stimmte die Jubelgesänge an.

Nach dem mitreißenden 4:1 (3:1)-Sieg des FSV Mainz 05 über Energie Cottbus feierten die erstmals seit dem 8. Spieltag nicht mehr auf einem Abstiegsplatz rangierenden Rheinhessen, als sei der Klassenverbleib schon perfekt. Du hörst regelrecht die Steine plumpsen, sagte Klopp, warnte dann aber vor Übermut: Das ganze wird bis zum Schluss eng bleiben. Wir haben nur den Anschluss gefunden. Das freute auch Torjäger Zidan, dem Klopp dank neu entdeckter Flüsterer-Qualitäten den Weg zum ersten Bundesliga-Dreierpack bereitete: Das war ein Super-Tag. Wir sind alle sehr glücklich und ich bin ein bisschen extra-glücklich.

Der Gala des Ägypters, die Mainz den dritten Sieg im vierten Rückrundenspiel bescherte, war eine bemerkenswerte Szene in der 21. Minute vorausgegangen. Zidan lief an die Außenlinie, nachdem er mit einem Ballverlust den Ausgleich der in der ersten Hälfte ebenfalls starken Cottbuser durch Sergiu Radu (20.) mitverschuldet hatte. Klopp nahm seinen Rückkehrer in den Arm, redete kurz mit ihm. Er hat mir gesagt, ich gebe dir all meine Power, erklärte der für knapp drei Millionen Euro von Bremen nach Mainz gewechselte Angreifer. Sekunden danach traf Zidan zum 2:1, nachdem in Leon Andreasen (7.) ein weiterer Winter-Neuzugang von Werder bereits erfolgreich gewesen war.

Danach war Zidan vor 20 000 Zuschauern im Bruchwegstadion weder von der Energie-Abwehr, die ihren verletzten Kapitän Kevin McKenna auch durch Vragel da Silva nach abgelaufener Sperre nicht adäquat ersetzen konnten, noch von den eigenen Mitspielern zu halten. Und so schnappte er sich den Ball auch beim Elfmeter nach einem Foul an Elkin Soto. Der Kolumbianer zeigte nach dem wochenlangen Freigabe- Streit ein Klasse-Debüt und bereitete zwei Tore vor. Er ist ein geiler Kicker, sagte Klopp.

Den Schlusspunkt aber setzte Zidan, der in der dänischen Liga für den FC Midtjylland sogar einmal fünf Tore in einer Partie erzielt hatte, nach einer Stunde. Bei Werder wäre ich nach dem Fehler zu Beginn vielleicht schon ausgewechselt worden. Das Tor hat mir dann mein Selbstvertrauen zurückgegeben, meinte der strahlende Dreifach- Torschütze.

Die Laune verhagelt hatte es hingegen Trainer-Kollege Petrik Sander. In der zweiten Halbzeit konnten wir kein Bundesliga-Format nachweisen, so die deutlichen Worte, nachdem Torwart Tomislav Piplica eine noch höhere Niederlage für die in der Defensive offenen Cottbuser verhindert hatte. Das war Hühnerhaufen, der da hinten rum gelaufen ist. Die Folge: Cottbus hat nur noch einen Punkt Vorsprung auf Mainz und steckt nun wieder tief im Abstiegsstrudel.


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