Leverkusen - Michael Skibbe machte gute Miene zum mäßigen Spiel. Obwohl sein Team beim glücklichen 2:2 (1:1) gegen Eintracht Frankfurt zum dritten Mal in Folge erfolglos blieb, lächelte der Trainer von Bayer Leverkusen wie ein Sieger.
Der Ausgleich von Stefan Kießling in letzter Sekunde besserte seine Laune schlagartig auf. Das unverhoffte Happy End in einer schon verloren geglaubten Partie wertete Skibbe als gutes Omen für das UEFA-Cup-Duell mit den Blackburn Rovers: Es wird die Moral stärken, dass wir heute nicht verloren haben.
Mit leeren Blicken und hängenden Köpfen verließen die Eintracht- Profis den Rasen der BayArena. Zu tief saß der Frust über den missratenen Schlussakkord, mit dem sich die Hessen um den verdienten Lohn einer guten Vorstellung brachten. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Sotirios Kirgiakos (42.) und dem Führungstreffer von Alexander Meier (84.) sah alles nach dem ersten Sieg seit dem 15. Spieltag aus. Wir hatten Leverkusen zwischenzeitlich an die Wand gespielt und den Sieg eigentlich schon zu Hause, klagte Jermaine Jones, Schütze des sehenswerten Eigentores (39.) zum 0:1.
Nicht nur die Platzverweise für Bayer-Keeper Hans-Jörg Butt (28.) und den Frankfurter Christoph Spycher (80.), sondern auch der kuriose Spielverlauf sorgten für reichlich Gesprächsstoff. Anders als zu Beginn der Partie gegen die noch vollzähligen Leverkusener erspielte sich die Eintracht in der 2. Halbzeit trotz Überzahl keine Torchance mehr - traf aber, als sie selbst dezimiert war. Fußball kann manchmal unlogisch sein. Da spielen wir mit zehn Leuten besser als mit elf und kassieren ausgerechnet in einer Phase das 1:2, in der auch der Gegner mit einem Spieler weniger auskommen muss, befand Bayer-Sportdirektor Rudi Völler.
Mit taktischer Ordnung und hoher Laufbereitschaft hielten die durch den frühen Platzverweis von Butt und das Fehlen zahlreicher Spieler geschwächten Leverkusener den Schaden in Grenzen. Das lässt den Trainer für die Zukunft hoffen. Denn genau diese Eigenschaften hatte sein Team im bisherigen Saisonverlauf oft vermissen lassen. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie durchaus in der Lage ist, diszipliniert zu spielen, lobte der Fußball-Lehrer. Diese Erkenntnis und der positive Trend bei Angreifer Kießling, der schon beim vorigen Spiel in Wolfsburg getroffen hatte, trösteten Skibbe über die magere Ausbeute hinweg. Dieser Punkt hilft uns weiter. Wir haben weiter die Option, nach oben schauen zu dürfen, sagte er mit Blick auf die Tabelle, die einen Rückstand von vier Zählern auf den anvisierten 5. Rang ausweist.
Dagegen geht der Blick der Hessen nach wie vor nach unten. Nur drei Punkte trennen sie nach zuletzt sechs erfolglosen Partien von einem Abstiegsplatz. Mit grimmigem Gesichtsausdruck ließ Trainer Friedhelm Funkel die letzten Sekunden des Spiels Revue passieren: Meine Spieler hatten viele Möglichkeiten, die Situation zu klären, haben sich aber genau für die falsche entschieden. Dass ich mich darüber ärgere, kann jeder verstehen.
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