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VfB glückt gegen Cottbus Glasgow-Generalprobe | 2007-09-16


Stuttgart - Glasgow-Generalprobe geglückt, Cottbus- Catenaccio geknackt, Fußball-Bundesliga-Fehlstart verhindert: Rechtzeitig vor dem Champions-League-Auftakt gegen den schottischen Rekordmeister Rangers ist der VfB Stuttgart auf Touren gekommen.

Durch einen, allerdings erst dank eines energischen Schlussspurts standesgemäßen 3:0 (0:0)-Sieg gegen den Tabellenvorletzten hat der deutsche Meister eine drohende Krise abgewendet und den Anschluss ans obere Drittel hergestellt. Ohne Erfolg hätten wir nach zuvor nur vier Punkten ein Problem gehabt, räumte VfB-Trainer Armin Veh nach dem Befreiungsschlag ein.

Jetzt können die Schwaben relativ unbelastet in die erste von mehreren Wochen der Wahrheit mit den Partien in Glasgow und Bremen gehen. Wir haben richtig Druck gehabt, gestand Veh. Aber man hat gesehen, dass wir damit sehr gut umgehen können. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten gegen die gut gestaffelten Cottbusser Defensiv- Künstler mit einem in der ersten Halbzeit überragenden Torhüter Tomislav Piplica, der mehrfach den Rückstand verhinderte, steigerten sich die Stuttgarter zunehmend.

Wir haben die meisten Zweikämpfe gewonnen und deshalb auch das Spiel, urteilte der nach seinem grippalen Infekt sicherheitshalber eine Stunde lang geschonte Star-Stürmer Mario Gomez. Das war ein Fortschritt, der hoffen lässt. Cacau bei seinem Comeback nach fünf Wochen Verletzungspause mit einem wuchtigen Kopfball (53. Minute), Neuzugang Ewerthon mit seinem ersten Treffer für den VfB (78.) und Tor-ero Gomez (82.), der das 3:0 in Anlehnung an den spanischen Stierkampf in Matadoren-Manier feierte, besiegelten den zweiten Heimsieg. Wir waren dominant und haben gut gespielt, sagte Cacau. Das gibt Selbstvertrauen und Sicherheit für Mittwoch.

Es war wichtig, dass wir überzeugend gewonnen und drei Stürmer getroffen haben, auch im Hinblick auf das Glasgow-Spiel, sagte Veh erleichtert. Dann lobte er seine Schützlinge fast schon überschwänglich für eine angeblich sehr, sehr gute Leistung. Sein Team habe nach dem 2:0 wie entfesselt aufgetrumpft. Zuvor hatte der eigentlich nie zu Übertreibungen neigende, meist nüchterne Meister- Macher allerdings zugegeben, dass der VfB wegen der großen Personalprobleme mit zahlreichen Verletzten noch nicht in der Form sein könne, um oben ankratzen zu können.

Zu kratzen haben die Cottbusser reichlich, allerdings aus einer komplett anderen Perspektive. Es ist nichts Abnormales, dass wir in der Tabelle unten stehen, sagte Petrik Sander. Für Cottbus ist die Bundesliga das, was für den VfB die Champions League ist. Das haben bei uns schon viele vergessen. Dabei hätte Kapitän Timo Rost den Lausitzern und ihrem Trainer einen Teilerfolg bescheren können: Der Ex-Stuttgarter scheiterte völlig frei stehend an VfB-Schlussmann Raphael Schäfer und vergab so die Riesenchance zum 1:1 (70.).

Leicht gereizt reagierte Sander auf die Frage, ob ihm die Club- Verantwortlichen im Fall einer Niederlage tatsächlich mit Entlassung gedroht hätten: Ich werde den Teufel tun, das zu kommentieren. Diese Spekulation habe ein einzelner Journalist in die Welt gesetzt. Ich habe anders lautende Informationen, aber das interessiert ja keinen, sagte der Energie-Coach. Veh sprang seinem Kollegen, den er später freundschaftlich und mitfühlend umarmte, bei. Es ist aberwitzig, dass ein Trainer nach dem Aufstieg mit so einer Supersaison in Frage steht. Das ist mir ein Rätsel, grantelte der Augsburger.


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