Duisburg - Der Spitzenreiter wurde geschlagen und der Vorsprung ausgebaut, doch der MSV Duisburg sieht sich längst nicht am Ziel.
Wir haben nur eine kleine Etappe auf dem Weg zurück in die Bundesliga genommen, sagte MSV-Trainer Rudi Bommer, dessen Mannschaft mit einem 2:1-Erfolg über den Tabellenführer Karlsruher SC nachhaltig die Aufstiegsambitionen des Fußball-Zweitligisten unterstreichen konnte. Neun Monate nach dem fünften Abstieg der Vereinsgeschichte können die Zebras mehr denn je vom direkten Comeback in der Erstklassigkeit träumen.
Seine Zurückhaltung mochte Bommer trotz einer Erfolgsserie nicht ablegen. Im Endeffekt wollen wir als Erster aufsteigen, die Liga ist aber sehr gefährlich, noch haben wir wenig erreicht, meinte der 49 Jahre alte Coach. 15 Punktspiele hintereinander ist der MSV ungeschlagen, mit ihrem elften Saisonsieg übernahmen die Duisburger den zweiten Tabellenplatz und bauten ihr Polster zu den Nichtaufstiegsrängen auf sechs Zähler aus. Unser Selbstbewusstsein wird durch die kleine Serie, die wir nicht einreißen lassen möchten, immer größer, sagte MSV-Kapitän Björn Schlicke.
Vom KSC wurden die Hausherren vor 19 124 Zuschauern am Montagabend allerdings immens gefordert. In einer temporeichen Begegnung erarbeiteten sich die defensivstarken Gäste zunächst ein Übergewicht und gingen durch Edmond Kapllani (37. Minute) in Führung. Doch Markus Daun (43.) und Youssef Mokhtari (65.) durch einen von Kapllani verschuldeten Handelfmeter schafften noch die Wende. Es war ein echtes Spitzenspiel, am Ende hatten wir vielleicht das Glück des Tüchtigen, meinte Bommer, nachdem der Karlsruher Sanibal Orahovac in der 90. Minute den Pfosten traf.
Der MSV verdiente sich die gute Position durch Kampfgeist und spielerische Elemente. Die Mannschaft findet immer weiter zueinander, wir sind ein echtes Team, sagte Duisburgs Spielgestalter Youssef Mokhtari. Er ist einer von 13 Neuzugängen, die Bommer in dieser Spielzeit integrieren musste. Wenn sich keiner ausruht, sind wir in dieser Konstellation nur ganz schwer zu stoppen.
Der Spitzenreiter, der noch drei Punkte Vorsprung auf den MSV hat, will sich nicht beirren lassen. Das Spiel wird keinen Knacks hinterlassen. Wir haben schließlich nicht gegen Preußen Münster verloren, sondern bei einem starken Aufstiegsanwärter, sagte KSC- Manager Rolf Dohmen, der sein Team als gefestigt genug bezeichnet, um den Dämpfer zu verdauen.
Der KSC empfängt am Sonntag Schlusslicht Eintracht Braunschweig. Der MSV will zeitgleich auch ohne seinen Gelb-gesperrten Stürmer Mohammadou Idrissou bei 1860 München die Konzentration hochhalten. Nachlässigkeiten gibt es nicht. Drei Niederlagen und wir sind nur noch Vierter, sagte Mokhtari.
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