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Energie will Bilanz schonungslos offen legen | 2006-12-13


Cottbus - Tumulte und einen Eklat wie jüngst beim Hamburger SV schließen die Chefs von Energie Cottbus dieses Mal aus, auch die Medienvertreter dürfen bei der ersten Mitgliederversammlung seit mehr als einem Jahr zuhören.

Obwohl es jetzt die Zeit der Heimlichkeiten ist, haben wir nicht zu verheimlichen, sagte Energie-Präsident Ulrich Lepsch vor der Zusammenkunft des Lausitzer Fußball-Bundesligisten. Wegen der Klage von vier Mitgliedern gegen die Satzungsänderung, die eine Direktwahl des Präsidiums nicht mehr zulässt, sei Energie in guten Gesprächen.

Auch die Höhe der Schulden von rund 4,5 Millionen Euro wird Lepsch im Hause des Hauptsponsors enviaM ungeschminkt nennen. Das war einmal ganz anders: In der Zeit des Dreigestirns Eduard Geyer (Trainer), Dieter Krein (Präsident) und Klaus Stabach (Manager) hatte Energie bei der Jahreshauptversammlung 2003 wie jetzt der Hamburger SV alle Journalisten und Kameras vor die Tür verbannt.

Wir werden schonungslos das Geschäftsjahr 2005 darstellen, kündigte der seit fünf Monaten als Präsident amtierende Lepsch an. Es wird eine Art Abrechnung mit der abgetretenen Männerriege um den jetzigen Ehrenpräsidenten Krein, die Zahlen werden von der neuen Führung als schlimme Folge der alten Finanzpolitik gewertet. Wir waren eigentlich schon tot, erinnerte Lepsch an schlimme Zeiten.

Zwar hat sich die Höhe der Verbindlichkeiten seitdem nicht verändert, aber wirtschaftlich ist Ruhe eingetreten, bemerkte der Krein-Nachfolger. Der Etat für die laufende Saison von knapp 20 Millionen Euro ist gedeckt, in Cottbus lange keine Selbstverständlichkeit. Selbst für personelle Zugänge in der Winterpause könnte beim Aufsteiger noch etwas Geld da sein.

Wir versuchen alles, um uns auf ein, zwei Positionen zu verstärken, kündigte Manager Steffen Heidrich den Fans schon mal ein kleines Weihnachtsgeschenk an, fügte aber sofort hinzu: Das wird nicht leicht. Denn erstens kann Energie wie weitgehend schon im Sommer nur ablösefreie Profis verpflichten. Und zweitens müssen uns die Neuen auch sofort helfen, betonte Clubchef Lepsch.

Dass die Mitglieder, die nebenbei noch drei neue Vertreter für den Verwaltungsrat (Aufsichtsrat) wählen müssen, nach sieben sieglosen Spielen ihrer Lieblinge in Unmut ausbrechen werden, glauben Präsident und Manager nicht. Das ist doch nicht ungewöhnlich für uns, dass wir gegen den Abstieg kämpfen, auch wenn wir am Anfang der Saison ein paar mehr Punkte gesammelt haben, meinte Heidrich. Und der Schwabe Lepsch betonte: Noch stehen wir nicht auf einem Abstiegsplatz. Und wir haben auch zuletzt einige Male gut gespielt, aber nicht gewonnen. Das wird sich wieder ändern. Am Samstag gegen Stuttgart ist der richtige Tag dafür.


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