Hamburg - Verteidiger Thimothee Atouba hat nach seinen Entgleisungen im Champions-League-Spiel gegen ZSKA Moskau (3:2) einen Abschied vom Hamburger SV in Erwägung gezogen.
Ich habe zu mir gesagt: Hier kann und will ich nicht mehr spielen, sagte Atouba in einem Gespräch mit der Sport-Bild. Diese Überlegung habe er aber später verworfen. Fremde Leute seien zu seinem Haus gekommen, um sich solidarisch mit ihm zu erklären, sagte Atouba. Sie haben mir aber auch klargemacht, dass mein Verhalten nicht richtig war. Das hat vieles in meinem Kopf gedreht.
Zu seinem Blackout, als er dem Publikum mehrfach den so genannten Stinkefinger zeigte, haben laut Atouba sowohl Pfiffe und rassistische Beschimpfungen gegen ihn als auch eine heftige Diskussion mit einem Mitspieler nach dem zweiten Gegentor geführt. Ich bin schockiert und kenne mich nicht wieder. Normalerweise raste ich nie aus, sagte der Kameruner, der sein Leistungsvermögen wegen anhaltender Verletzungen derzeit nur bei 50 Prozent sieht. Deshalb sei es ein Fehler gewesen zu spielen. Ich hätte besser drei bis vier Monate Pause machen sollen.
Seinen Vertrag beim HSV bis 2009 will der Afrikaner erfüllen. Angst vor dem Publikum in seinem ersten Heimspiel nach der internen Sperre habe er nicht, sagte Atouba, wohl aber vor seinem strengen Vater. Er wird mich fertig machen. Weihnachten werde ich nach Hause fliegen. Ich habe Angst, ihm in die Augen zu schauen.
Unterdessen ist der abstiegsbedrohte HSV nicht mehr abgeneigt, sein Personal in der Winterpause aufzustocken. Laut Sport-Bild sollen sechs Millionen Euro für Verstärkungen zur Verfügung stehen. Vereinsvorsitzender Bernd Hoffmann: Wir reden hier über 17 Spiele gegen den Abstieg. Da muss das Personal auch entsprechend aufgestellt sein. Im Gespräch sind Torhüter Frank Rost von Schalke 04 und ein Abwehrspieler.
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