Wolfsburg - Julio dos Santos, der nach fünf Erstliga-Einsätzen einen Neuanfang beim Bundesliga-Rivalen VfL Wolfsburg starten wollte, zog sich in München einen Wadenbeinbruch und zudem einen Riss des Syndesmosebandes, das das Schien- mit dem Wadenbein verbindet, zu.
Sein letztes Training beim FC Bayern München wird der Pechvogel so schnell nicht vergessen. Erst am Vortag hatte der Fußball-Profi aus Paraguay einen Leihvertrag bis Saisonende in Wolfsburg unterzeichnet. Der neue Arbeitgeber schickte dem sofort operierten dos Santos erste Genesungswünsche in die Klinik nach Bogenhausen.
Das ist für alle Beteiligten ein schwerer Schock, den wir erst verdauen müssen. Ich hoffe, dass das die letzte Hiobsbotschaft für diese Saison war, sagte Wolfsburgs Trainer Klaus Augenthaler. Er hatte große Hoffnungen in den 23-jährigen Spielmacher gesetzt, der die Schwäche seiner Mannschaft im offensiven Mittelfeld beheben sollte. Ironie des Schicksals: Der Bulgare Marian Hristow, ebenfalls als Spielmacher vorgesehen, hatte zum Wolfsburger Saisonstart im ersten Training ebenfalls einen Wadenbeinbruch erlitten.
Ich bin froh, wenn 2006 vorbei ist, sagte deshalb VfL-Manager Klaus Fuchs am Mittwoch. Er sicherte dos Santos, der noch am Montag mit großer Hoffnung das grüne VfL-Trikot mit der Rückennummer 33 präsentiert und sich sichtlich auf sein neues Team gefreut hatte, die volle Unterstützung des Vereins zu. Der Vertrag ist rechtsgültig unterzeichnet, da gibt es nichts zu rütteln. In dieser Situation muss man dem Spieler zeigen, dass man ihn wertschätzt, erklärte Fuchs.
Nach Angaben von Bayerns Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm-Müller- Wohlfahrt fällt Julio dos Santos voraussichtlich zehn Wochen aus. Der Mittelfeldspieler, den die Münchner zu Jahresbeginn für knapp zwei Millionen Euro verpflichtet hatten, sollte ursprünglich die einzige Wolfsburger Verpflichtung während der Winterpause sein. Nun wird der Club, der mit 19 Hinrunden-Punkten noch nicht aus dem Schneider ist, möglicherweise noch einmal auf dem Transfermarkt tätig. Fuchs: Das müssen wir in Ruhe überlegen. Vor Weihnachten passiert nichts.
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