Schuster: Krise bei Real war abzusehen | 2007-01-09
Madrid - Die Krise beim spanischen Rekordmeister Real Madrid ist nach Ansicht von Fußballtrainer Bernd Schuster absehbar gewesen. Man sah es kommen, sagte der frühere Real-Profi und heutige Coach des spanischen Erstligisten FC Getafe.
Ich hatte geglaubt, dass Trainer Fabio Capello ein neues Team aufbauen würde, das wirklich erfolgshungrig ist. Real hielt jedoch mehr oder weniger an der Mannschaft des Vorjahres fest, so Schuster nach Presseberichten vom 9. Januar.
Schuster war eigentlich der Favorit von Clubchef Ramón Calderón für den Trainerposten bei den Königlichen gewesen. Calderón entschied sich nach seiner Wahl zum Real-Präsidenten jedoch für den Italiener Capello. Schuster witzelte über die Möglichkeit einer künftigen Verpflichtung durch Real: Davon habe ich schon so oft geträumt. Aber sehen Sie, wo ich heute bin!
Nach seiner Ansicht bringen bei den Madrilenen die neuverpflichteten Spieler keinen frischen Wind ins Team. Die Neuen passen sich der Philosophie der Trägheit und Gleichgültigkeit an. Weder im Spiel noch in der Haltung der Weißen sei eine Besserung erkennbar.
Real Madrid, Gegner von Bayern München im Achtelfinale der Champions League, hat nicht nur zwei Punktspiele in Folge verloren, sondern auch ein erbärmliches Bild abgegeben. Die Vereinsführung stellte Capello zur Rede. Der Trainer will nun mit eiserner Härte durchgreifen. Nach Angaben des Sportblatts As will der Italiener seine Scheu vor den Heiligen Kühen wie den alternden Stars wie Ronaldo, David Beckham oder Kapitän Raúl ablegen und künftig mehr auf junge Spieler setzen.