Dubai - Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski will nach einem ernüchternden ersten halben Jahr beim deutschen Meister Bayern München in der Rückrunde richtig angreifen.
Der für zehn Millionen Euro vom 1. FC Köln gekommene Angreifer möchte sich im Verein nicht länger mit einer unbefriedigenden Nebenrolle als Bankdrücker begnügen. Ich denke, dass ich mehr spielen und mehr treffen werde, kündigte der 21-Jährige im Trainingslager in Dubai an.
Auch Bastian Schweinsteiger hat sich für das neue Jahr einiges vorgenommen, wie er beim gemeinsamen Pressetermin mit Kumpel Poldi erklärte: Der 22-Jährige will sich auf der Spielmacher-Position etablieren. Ich weiß, ich kann das spielen, sagte er selbstbewusst. An der neuen Rolle, die ihm Trainer Felix Magath im November übertrug, hat er Gefallen gefunden. Du bist 90 Minuten da, wo der Ball ist. Du bist mehr im Mittelpunkt, beschrieb Schweinsteiger die Unterschiede zu seiner bisherigen Stammposition auf der linken Seite.
Von Podolski und Schweinsteiger erwarten Vereinsführung und Trainer in der Rückrunde deutlich mehr, weil den Youngstern die Nachwirkungen der Weltmeisterschaft nicht mehr länger nachgesehen werden sollen. Ich kann jetzt die komplette Vorbereitung mitmachen, fühle mich wohl und bin fit, verwies wiederum Podolski auf einen entscheidenden Unterschied zum vergangenen Sommer. Darüber hinaus hatte ihn in der Hinrunde eine Fußverletzung zurückgeworfen.
Obwohl ihm bislang in Bundesliga und Champions League jeweils nur ein Treffer gelungen ist, während seine Konkurrenten Roy Makaay und Claudio Pizarro gut harmonierten und in beiden Wettbewerben zusammen auf 20 Tore kamen, verspüre er keinen gestiegenen Druck. Druck, Druck! Ich spüre nie Druck - davon wird nur von außen geredet, wiegelte Podolski ab. Den Wechsel nach München bereue er absolut nicht. Man braucht eine gewisse Eingewöhnungszeit. Ich mache mir keine Sorgen, ich mache mir keinen Kopf.
Dass der Bayern-Vorstand nach wie vor mit WM-Torschützenkönig Miroslav Klose liebäugelt, sofern dieser Werder Bremen im Sommer verlassen sollte, betrachtet Podolski allerdings eher skeptisch. Wenn Jan Schlaudraff im Sommer kommt, haben wir fünf Stürmer und sind vorne gut besetzt, meinte er: Aber Klose ist ein Supermann. Wenn er zu uns kommen sollte, ist er sicherlich eine Bereicherung.
Im zentralen Mittelfeld herrscht dagegen weiterhin ein gewisses Vakuum. Ein Nachfolger für Michael Ballack ist bislang nicht gefunden worden. Schweinsteiger nimmt die Herausforderung an und verspürt intern auch Unterstützung. Die Mannschaft hat zu mir gesagt, ich mache das gut. Auch der Trainer, sagte er. Kapitän Oliver Kahn erwartet von ihm jedoch, dass er insgesamt reifer wird. Er muss dem Schweini-Zeitalter entwachsen, sollte ab sofort der Bastian sein, um einen weiteren Schritt nach vorn zu machen, empfahl der 37-Jährige.
Schweinsteiger missfällt wiederum, dass im Mannschaftssport Fußball viel zu sehr auf den Einzelnen geschaut werde. Es müsste so sein, dass die Leute wollen, dass wir Meister werden und Champions-League-Sieger und nicht, dass der große Spielmacher herauskommen soll, erklärte der 22-Jährige.
Derweil gab Magath den Spielern in Dubai erstmals Zeit zum Shoppen, Golfen oder Baden. Zuvor war dem deutschen Rekordmeister eine besondere Ehre zuteil geworden: Kahn & Co. durften im privaten Sportkomplex von Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum, dem Herrscher von Dubai und Vizepräsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, trainieren. Der Rasen war super, das ganze Drumherum auch, berichtete Podolski. In unmittelbarer Nähe des Fußballfeldes sei etwa ein Gehege mit weißen Tigern zu bestaunen gewesen. Trainer Magath und Mittelfeldspieler Owen Hargreaves sollten bei einem persönlichen Empfang durch den Scheich auch den königlichen Palast in Augenschein nehmen können.
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