München - Im Kampf gegen Gewalt in Fußball-Stadien hat DFB-Präsident Theo Zwanziger fehlende Unterstützung der Politik beklagt.
Wenn wir uns anstrengen - und das tun wir - dann haben wir auch das Recht zu fragen, ob andere ihre Hausaufgaben machen, sagte Zwanziger dem Donaukurier. Wenn man ständig Sportförderung kürzt, wenn man Hallenbenutzungsgebühren und anderes mehr macht, da kann ich beim besten Willen nicht sehen, dass die Politik die integrative Kraft des Sports wirklich schätzt.
Zwar könne auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) im Kampf gegen zunehmende Ausschreitungen noch einiges besser machen. Wichtig sei dabei aber auch die Unterstützung von Bundesregierung und Länderregierungen, sagte Zwanziger. Er wünsche sich ein ähnliches Zusammenwirken von Verbänden und Politik wie bei der Fußball- Weltmeisterschaft im Sommer. Deshalb biete ich auch nochmals an, dass sich alle wechselseitig unterstützen und ergänzen, statt mit Schuldzuweisungen und klugen Sprüchen auf sich aufmerksam zu machen, sagte Zwanziger.
In mehreren Spielklassen von der 2. Bundesliga bis zu einigen Amateurligen waren es in den vergangenen Wochen zu Ausschreitungen gekommen. Zuletzt hatten am 11. November Fans in der Nordost-Oberliga beim Spiel zwischen dem FSV Zwickau und dem Chemnitzer FC randaliert. Das brisante Sachsen-Derby stand kurz vor dem Abbruch. Der DFB und die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatten sich im Kampf gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit Ende Oktober auf einen kurzfristigen Maßnahmenkatalog und die Gründung einer Task Force verständigt.
Unterdessen will Sachsens Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) die jüngste Gewalt in Fußballstadien nicht zur Chefsache machen. Vielmehr setzt er auf dringend notwendige Gespräche mit den betroffenen Vereinen. Es ist den Bürgern mittlerweile nur noch schwer zu vermitteln, dass sie als Steuerzahler für notwendige Polizeieinsätze zu Kasse gebeten werden, sagte Buttolo in Dresden.
Er halte es für schwierig, die Vereine selbst für die Ausschreitungen von gewaltbereiten Fans finanziell in die Pflicht zu nehmen, sagte der Minister. Die Verursacher der Krawalle seien nur schwer zu ermitteln. Ein entsprechender Vorschlag, den Staatskanzleichef Hermann Winkler am Sonntag vor Medienvertretern gemacht hatte, sei sicher ein Eintritt in eine intensive Diskussion zu diesem Problem. Es sei nun zu klären, wer dabei die Federführung zu übernehmen habe. Wichtig sei, dass die Vereine gewillt sind, sich mit diesem Phänomen auseinander zu setzen.
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