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Barça nicht zu stoppen - Messi verletzt | 2006-11-13


Madrid - Nicht einmal Spaniens schlechtester Linienrichter konnte den Vormarsch des FC Barcelona zur Tabellenspitze in der Primera División stoppen.

Rafa Guerrero, der mit einer beispiellosen Serie von Fehlentscheidungen zu einer Berühmtheit geworden ist, veranlasste in der Partie des Titelverteidigers gegen Real Saragossa den Schiedsrichter dazu, den Barça-Fußballer Thiago Motta nach einer harmlosen Szene vom Platz zu stellen.

Die 75 000 Zuschauer im Camp-Nou-Stadion kochten vor Wut, denn die Partie stand auf des Messers Schneide. Der Linienrichter löste mit seinem Auftritt jedoch eine Trotzreaktion beim Champions-League-Sieger aus, der in den Schlussminuten aus einem 1:1 noch einen 3:1-Sieg machte. Guerrero war vor zehn Jahren schon einmal in einem Spiel zwischen beiden Teams der Hauptakteur einer Szene gewesen, die in die Fußballgeschichte einging. Damals verhalf er den Katalanen nicht nur zu einem unberechtigten Elfmeter, sondern ließ auch einen unschuldigen Spieler Saragossas vom Platz stellen.

Seither wurde der 43-Jährige mit falschen Platzverweisen und Elfmeterentscheidungen so berühmt, dass ein Autokonzern sogar einen Werbespot mit dem Unglückraben drehen ließ. El Mundo Deportivo findet die Einlagen des Mannes mit dem Fähnchen nicht mehr lustig: Wann endlich bekommt Rafa die Rote Karte?, fragte das Sportblatt. Der Linienrichter löste mit seinem Auftritt eine solche Aufregung aus, dass auch Barças Co-Trainer Johan Neeskens und der Platzdelegierte Carles Naval wegen Protestierens Rot sahen.

Guerrero stahl fast sogar dem zweifachen Torschützen Ronaldinho die Show. Der Superstar hatte Saragossas Führungstreffer durch Gaby Milito ausgeglichen und in der Schlussphase per Freistoß das 2:1 erzielt. Kurz vor dem Abpfiff landete der Brasilianer noch einen Lattentreffer. Javier Saviola nutzte den Abpraller zum 3:1.

Barcelona, Rivale von Werder Bremen in der Champions League, musste den Erfolg jedoch teuer bezahlen. Der argentinische Jungstar Lionel Messi brach sich einen Mittelfußknochen und fällt für drei Monate aus. Der argentinische Fußball-Nationalspieler, der als Kind unter Wachstumsstörungen litt, fällt damit auch in der Champions-League-Partie gegen den SV Werder Bremen am 5. Dezember aus. Das gleiche gilt auch für Messis argentinischen Landsmann Javier Saviola, der sich beim Sieg gegen Saragossa einen Muskelriss im linken Oberschenkel zuzog. Saviola wird bis zu sechs Wochen nicht zur Verfügung stehen.

Nach der Verletzung von Torjäger Samuel Etoo (Kreuzbandriss) gehen Barça die Stürmer aus. Nach Angaben des Fachblatts Sport erwägt der Club, seinen nach Schweden heimgekehrten Ex-Profi Henrik Larsson auszuleihen, solange in Skandinavien Winterpause herrscht.

Beim Erzrivalen Real Madrid machte Ruud van Nistelrooy die Dauerdebatte über den mal übergewichtigen und mal verletzten Ronaldo vergessen. Der Niederländer schoss beim 4:1-Sieg der Königlichen bei CA Osasuna alle vier Treffer. Zuletzt hatte Alfredo di Stéfano 1957 für Real in einem Auswärtsspiel vier Tore erzielt. Eigentlich waren es fünf Treffer, denn ein Tor wurde wegen Abseits zu Unrecht aberkannt, meinte Van Nistelrooy. 

Sein Opfer im Tor von Osasuna war ausgerechnet sein Freund und Ex-Lehrer Ricardo. Der Keeper hatte dem Niederländer während der gemeinsamen Zeit bei Manchester United Spanisch-Unterricht gegeben. Auf dem Platz hätte ich ihn am liebsten umgebracht, aber nach dem Spiel haben wir unsere Trikots getauscht, berichtete der Torwart.


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