Frankfurt/Main - Der Deutsche Fußball-Bund geht in die Offensive: Die DFB-Junioren sollen in näherer Zukunft einen Titel holen, sagt Sportdirektor Matthias Sammer. Mit Hochdruck wird an und mit den Stars von morgen gearbeitet.
Sammer: Wir müssen beharrlich weiter arbeiten, um bald wieder ein Ausrufezeichen zu setzen. Der bislang letzte Jugend-Erfolg liegt immerhin 14 Jahre zurück mit dem EM-Titel der U 16. Die U 17 triumphierte in Europa zuletzt vor 22 Jahren. Das Junioren-Aushängeschild U 21 schaffte es bislang noch nie, will nach dem unglücklichen Qualifikations-Aus im vergangenen Jahr aber 2008 endlich den lang ersehnten Volltreffer landen.
Ausführliche Datenbanken mit einer medizinisch-psychologischen Rundumbetreuung und eine gemeinsame Spielphilosophie sind zwei Bausteine, auf denen die nach der WM im vergangenen Jahr noch einmal deutlich forcierte Talentförderung beim größten Fachverband der Welt unter anderem ruht. Die Nachwuchsspieler müssen spüren: Es ist etwas Besonderes zum DFB zu kommen, sagt Sammer.
So ließ es sich der DFB-Sportdirektor auch nicht nehmen, die zu Jahresbeginn in Katar trainierenden Junioren-Teams von der U 16 bis zur U 19 selbst unter die Lupe zu nehmen. Die Maßnahmen dort würden zum neuen Ansatz des DFB zählen, verstärkt die Eliten im deutschen Fußball zu fördern, betont Sammer.
Und was einst Jürgen Klinsmann recht war und der ehemalige Nationalcoach auf dem Weg zum dritten Platz bei der WM einführte, ist Sammer & Co billig. Wir wollen die sehr erfolgreiche medizinische Betreuung und Leistungsdiagnostik der A-Nationalmannschaft auf den Juniorenbereich übertragen, sagt der designierte Generalsekretär und derzeitige Direktor Team-Management, Wolfgang Niersbach. Insgesamt sollen sich die Junioren-Auswahlteams von der U 16 aufwärts zwei Mal jährlich den entsprechenden leistungsdiagnostischen Tests stellen.
Aus den Test-Resultaten werden dann die notwendigen Trainingsinhalte erstellt. Bei allem Streben nach Einheitlichkeit müssen wir natürlich die altersbedingten Unterschiede unserer Spieler berücksichtigen, betont Sportdirektor Sammer, der auch den Einsatz von Videoaufnahmen zur Aufbereitung von Spielsituation hervorhebt: Ich kann dem Spieler so unmittelbar die Situation aufzeigen.
Denn in nicht allzu ferner Zukunft sollen sich die Spieler der Trainer-Gilde mit Jörg Daniel (U 16), Paul Schormann (U 17), Horst Hrubesch (U 18), Frank Engel (U 19) und Dieter Eilts (U 20/21) auch beim Jubeln über einen internationalen Titel auf Video bewundern können. Es rücken wieder mehr junge deutsche Spieler nach, die auch qualitativ besser ausgebildet sind, findet Sammer.
Auch die Leistungszentren der Bundesliga-Vereine würden im Laufe der Zeit immer besser werden. Sammer: Perspektivisch ist es entscheidend, dass wir nicht nur von der Vorbild-Wirkung der WM 2006 und der Euphorie zehren, sondern dass wir nachhaltige Maßnahmen ergreifen und umsetzen. Dann entwickeln sich die Stars von morgen von ganz alleine.
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