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96-Manager Kaenzig geht - Bobic im Gespräch | 2006-11-16


Hannover - Hannover 96 hat das monatelange Possenspiel um Ilja Kaenzig beendet und sich von seinem Manager getrennt. Nach zähen Verhandlungen willigte der 33-Jährige Schweizer in die Auflösung seines bis 2008 laufenden Vertrages ein.

Dem früheren 96-Geschäftsführer, im Juli 2004 als Zögling von Reiner Calmund aus Leverkusen geholt, soll der Abgang mit einer geschätzten Abfindung in Höhe von rund 400 000 Euro schmackhaft gemacht worden sein.

Kaenzig stand seit längerem auf dem Abstellgleis. Wegen seiner verfehlten Personalpolitik war er bei 96-Clubchef Martin Kind in Ungnade gefallen und ist nun nach Trainer Peter Neururer, Geschäftsführer Karl-Heinz Vehling, Clubchef Götz von Fromberg und zahlreichen Mitarbeitern der 96-Geschäftsstelle das nächste Opfer einer bemerkenswerten Kündigungs- und Rücktrittswelle beim Fußball- Bundesligisten.

Weder bei der Verpflichtung von Trainer Dieter Hecking noch an den laufenden Vertragsgesprächen mit Torhüter Robert Enke war Kaenzig zuletzt beteiligt gewesen. Als neuer Sportdirektor wird in Hannover der frühere 96-Profi Fredi Bobic (35) gehandelt. Ein unverbindliches Gespräch zwischen Kind und Ex-Nationalspieler Bobic gab es bereits am vergangenen Sonntag.

Der eloquente und in den Medien stets präsente Bobic, der in Berlin die Kampagne Bundesliga für Organspende unterstützt, hat in Hannover einen guten Ruf. Dank seiner 14 Tore blieb 96 in der Saison 2002/03 in der Bundesliga. Sowohl Bobic als auch Kind hielten sich zum Thema Sportdirektor bedeckt. Der frühere Stürmer kann sich seine Fußball-Zukunft aber durchaus im Management- Bereich vorstellen.

Der erste Schritt ist gemacht. Jetzt wird keine Hektik ausbrechen. Es wird keinen Schnellschuss geben, sagte Trainer Dieter Hecking. Ebenso wie Vereinspräsident Kind wünscht er sich aber eine zügige Entscheidung in der Manager-Frage. Hecking soll beim abstiegsbedrohten Verein bis Ende November eine Bestandsaufnahme vorlegen. Danach wird dann entschieden, ob wie in den vergangenen Jahren Spielerverpflichtungen in der Winterpause nötig sind.

Beim Anforderungsprofil für den neuen Mann hat Hecking klare Vorstellungen. Es muss jemand sein, der sich für 96 einsetzt und nicht seine eigenen Interessen verfolgt, sagte der Coach. Der kleine Seitenhieb galt Kaenzig. Der ist nach Franz Gerber, Thomas von Heesen, Wolfgang Levin und Ricardo Moar bereits der fünfte Manager, der in den neun Jahren unter Vereinschef Kind scheiterte.


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