Bremen - Den Wunsch von Torsten Frings zu seinem 30. Geburtstag teilen alle Fans von Werder Bremen. Natürlich hätte ich gerne einen Sieg gegen Chelsea und ein Remis von Barcelona in Sofia, sagte der Fußball-Nationalspieler vor dem Champions-League-Knüller im Weserstadion.
Bei diesem optimalen Verlauf dürften Spieler und Fans der Hanseaten ein erneutes Werder-Wunder feiern - das Überleben in der viel zitierten Todesgruppe mit dem vorzeitigen Sprung ins Achtelfinale. Das Schöne für Werder ist, dass es gegen die Millionen-Mannschaft aus London nicht um Alles oder Nichts geht. Als derzeitige Tabellen-Zweite mit zwei Punkten Vorsprung vor Barcelona könnten sich die Bremer selbst im Falle einer Niederlage gegen Chelseas Starensemble um Michael Ballack in zwei Wochen aus eigener Kraft für die nächste Runde qualifizieren. Wir hätten auf jeden Fall noch das Endspiel in Barcelona, sagte Frings zur vergleichsweise angenehmen Tabellensituation.
Trainer Schaaf sagte zur möglichen Schützenhilfe von Sofia gewohnt barsch: Das interessiert mich nicht, Ich schaue nur auf uns. Bisher habe Werder in der Champions League Tolles gezeigt, das wollen wir noch toppen. Dass Chelsea sich wegen des bevorstehenden Ligaspiels gegen Tabellenführer Manchester United zurückhält glaubt er nicht: Dass können sie sich nicht leisten.
Wie groß das Selbstvertrauen der zuletzt in der Bundesliga schwächelnden Bremer ist, lässt sich daran ablesen, wie selbstverständlich die Werder-Profis aber über einen möglichen Sieg gegen die mit Weltklasse-Spielern gespickte Star-Truppe aus dem Londoner Nobel-Stadtteil reden. Warum soll uns das nicht gelingen?, fragt Torwart Tim Wiese. Wir haben gegen Barcelona gezeigt, dass wir fähig sind, mit den europäischen Topteams mitzuhalten. Wieso soll das nicht auch gegen den FC Chelsea passieren? In gewohnter Wiese-Manier fordert er: Wir müssen von der ersten Minute an dagegen halten, müssen Dampf machen, Feuer, Feuer und nochmal Feuer.
Anders als zuletzt im Ligabetrieb müssen die Bremer in der Tat spielen. Manager Klaus Allofs erwartet jedoch keine Probleme: Die ganze Welt schaut auf uns, da läuft man fast von allein. Den außergewöhnlichen Antrieb gegen den prominenten Gegner sieht auch Nationalspieler Per Mertesacker. In so einer Todesgruppe zu stehen, ist eine ganz besondere Motivation, betonte der Champions-League- Neuling. Im Voraus hätte man vielleicht gesagt, Platz drei ist okay. Aber jetzt, da wir alles selbst in der Hand haben, sieht das ganz anders aus. Theoretisch ist gar noch Platz eins in Gruppe A möglich.
Die Bremer hoffen, nachdem sie in der Liga zuletzt nur fünf statt der möglichen zwölf Punkte holten, gegen Chelsea auf eine erneute Wende. Das ist schon ein bisschen vergleichbar mit dem Barca-Spiel, in dem wir uns dann richtig berappelt haben, sagte Mertesacker. Nach dem teilweise berauschenden Spiel beim 1:1 gegen Ronaldinho & Co. hatte Werder sechs Pflichtspiele gewonnen und dabei 23 Tore erzielt.
Während die Abwehr in Bestbesetzung antreten kann, deutete sich im Sturm ein Wechsel an. Ich habe das Gefühl, dass ich nicht spiele, sagte Aaron Hunt, zuletzt der Sturmpartner von Miroslav Klose. Im Abschlusstraining ließ Schaaf, der zur Aufstellung nichts sagen wollte, Hugo Almeida neben Klose stürmen. Unklar ist zudem die Besetzung des dritten Mittelfeld-Platzes neben Diego, Frings und Tim Borowski. Kapitän Frank Baumann ist gesperrt und verletzt, Jurica Vranjes außer Form, und Christian Schulz war zuletzt angeschlagen. Zu Schulz sagte der Coach: Er ist fit, im Kader und damit eine Alternative. Bei Chelsea fehlt mit Frank Lampard ebenfalls der Kapitän, Verteidiger Ricardo Carvalho ist angeschlagen.
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