Leverkusen - Ausgerechnet der abtrünnige Dimitar Berbatow hat Bayer Leverkusen im internationalen Fußball-Geschäft beim 1:0 (1:0)-Auswärtssieg von Tottenham Hotspur einen herben Dämpfer versetzt.
Der bulgarische Nationalspieler erzielte im UEFA-Cup-Gruppenspiel gegen seinen früheren Bundesliga-Verein in der 35. Minute das goldene Tor. Während die Engländer den vierten Sieg im laufenden Wettbewerb bejubelten und sich vorzeitig für die nächste Runde qualifizierten, machten die frustrierten Fans mit Holzhäuser raus!- und Skibbe raus!-Rufen ihrem Unmut Luft. Dafür wurde der frühere Publikumsliebling Berbatow, der eine starke Leistung bot, bei seiner Auswechslung von den meisten der 22 500 Zuschauer in der ausverkauften BayArena mit Beifall verabschiedet.
Man hat gesehen, dass wir ein schlechtes Spiel gemacht haben, gab Trainer Michael Skibbe zu und blickte schon voraus: Wir haben hart daran gearbeitet, dass wir in den UEFA-Cup kommen - und deshalb wollen in den letzten beiden Spielen noch einmal alles geben. Torhüter Jörg Butt, der eine höhere Niederlage mehrfach mit tollen Paraden verhinderte, ging mit seinen Kollegen hart ins Gericht: So kann man international sicher nichts reißen. In der zweiten Halbzeit fehlte einfach das Aufbäumen. Mit nur einem Punkt aus zwei Partien steht Bayer bei Dinamo Bukarest bereits mit dem Rücken zur Wand.
Auch mit Routinier Bernd Schneider, der nach seiner Muskelverletzung wieder als Antreiber ins Team rückte, kam der Motor der Werkself nie richtig auf Betriebstemperatur. Tottenham, in der englischen Premier League wie Bayer in der Bundesliga nur auf Platz zwölf im Mittelfeld, war mit Kontern immer kreuzgefährlich.
Die ersten Achtungszeichen setzten die Gäste durch Berbatow (6./22. Minute), einen scharfen Schuss des Bulgaren konnte Butt noch parieren (33.), zwei Minuten später schlug es ein: Nach Querpass von Aaron Lennon schob Berbatow den Ball aus fünf Metern über die Linie - es war bereits sein vierter UEFA-Cup-Treffer für den UEFA-Cup-Sieger von 1972 und 1984.
Anfangs neutralisierten sich beide Mannschaften zumeist schon im Mittelfeld, weil viel quer und zurück gespielt sowie oft gedoppelt wurde. Auch aus den wenigen Standardsituationen konnte die Skibbe-Elf kein Kapital schlagen. Es lief einfach nichts zusammen. Dann kam auch noch Pech dazu: Bereits in der 16. Minute musste der angeschlagene Schweizer Nationalspieler Tranquillo Barnetta vom Platz; für ihn kam sein Landsmann Pirmin Schwegler.
Mit Steilpässen auf Stürmer und Ideengeber Robbie Keane versuchten die Nord-Londoner ihr Glück. Die massierte Gäste-Abwehr hatte keine Probleme mit den harmlosen Leverkusener Spitzen Andrej Woronin und Stefan Kießling, der schon nach 45 Minuten zum Duschen musste. Paul Freier sollte nach der Pause auf der rechten Seite für mehr Angriffsdruck sorgen - mit dem ersten gefährlichen Schuss auf das Tor von Paul Robinson gab er das Signal zum Angriff (53.).
Beim Hinterhaltschuss von Woronin (56.) nach herrlicher Vorarbeit von Freier waren die Fans schon aufgesprungen, praktisch im Gegenzug vergab Berbatow allein vor dem leeren Tor die Chance zum 2:0 (57.). Das Spiel wurde besser. Bei einem Schuss des überragenden Keane, der weitere Chancen ausließ, aus Nahdistanz war Butt erneut auf dem Posten (65.). Schneider traf in der 66. Minute nur den Pfosten.
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