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Schalker Pander auf dem Weg zu alter Stärke | 2006-11-24


Gelsenkirchen - 19 Monate war er wegen einer schweren Knieverletzung außer Gefecht, doch nun zählt Christian Pander beim FC Schalke 04 schon wieder zu den Erfolgsgaranten.

Zufall oder nicht: Seit der 23 Jahre alte Linksverteidiger vor knapp drei Wochen beim 2:2 gegen Bayern München in der 72. Minute sein überraschendes Comeback feierte, ging es beim Revierclub bergauf. Mit Pander in der Startelf gelangen bei Borussia Mönchengladbach (2:0), gegen den FSV Mainz 05 (4:0) und bei Energie Cottbus (4:2) drei Siege in Serie und der Sprung an die Spitze der Fußball-Bundesliga.

In Cottbus sorgte Pander mit seinem Freistoßtor zum 3:2 sogar maßgeblich dafür, dass Schalke am Ende siegte. Mit dem 3:2 haben wir das Spiel auf unsere Seite gezogen. Das freut mich besonders für Christian nach seiner langen Abwesenheit, lobte Coach Mirko Slomka. Auch Manager Andreas Müller ist glücklich, dass der Linksfuß schon nach wenigen Einsätzen fast nicht mehr aus dem Team wegzudenken ist. Seine gute Spieleröffnung, seine Flanken und sein harter Schuss sind eine Waffe für uns. Ihm ist aber auch klar: Es wird noch dauern, bis er den Rückstand der eineinhalb Jahre vollkommen aufgeholt hat.

Müller hat immer an seinen Schützling geglaubt. Obwohl Panders Karriere auf der Kippe stand, dachte der Manager nie daran, einen neuen Mann für diese Position zu holen. Stattdessen halfen Lewan Kobiaschwili, der nun wieder für das Mittelfeld frei wurde, oder Mladen Krstajic auf der linken Abwehrseite aus. Und in Sebastian Boenisch (19) reifte eine weitere Alternative heran.

Am 9. April 2005 hatte Pander sich in Stuttgart eine Riss des hinteren Kreuzbandes, des Innenbandes und des Kniescheibenbandes zugezogen. Danach war er Dauergast auf Operationstischen und in Reha-Kliniken. In diesem Sommer reiste er mit großen Hoffnungen ins Trainingslager nach Österreich, ehe ihn ein erneuter Rückschlag traf. Die Schmerzen kehrten zurück, er musste wieder unters Messer, zum vierten Mal. Das war der schwerste Moment in meiner Leidenszeit, gestand Pander. Ich bin in ein tiefes Loch gefallen.

Erst nach dem Eingriff im Juli, bei dem etwas Narbengewebe entfernt wurde, ging es steil bergauf. Danach wusste ich, du schaffst es nochmal, sagte Pander. Trotz einiger mentaler Wackler glaubt er jetzt, dass das Knie hält. Mit jedem Einsatz bekommt er mehr Spielpraxis, mehr Sicherheit. Ich bin auf einem guten Weg.

Vor seiner Verletzung war Pander auf dem Sprung ins Nationalteam. Beim Benefizspiel im Januar 2005 zu Gunsten der Tsunami-Opfer trug er schon einmal den DFB-Dress, hatte den Confed-Cup und die WM 2006 im Visier. Der Traum zerplatzte. Sollte der Aufschwung anhalten, könnte Pander sogar ins Blickfeld von Bundestrainer Joachim Löw rücken. Leverkusens Ex-Manager Reiner Calmund ist schon jetzt überzeugt: Er wird Schalkes nächster Nationalspieler. Er ist einer der komplettesten Spieler auf dieser Position.


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