Frankfurt/Main - Helmut Spahn, Chef der neu gegründeten Task Force von DFB und DFL, hält Punktabzüge und Platzsperren bei rassistischen Vorfällen im Fußball für ein probates Mittel.
Ich glaube, dass sie im Einzelfall ihre Wirkung haben. Denn Strafen sollen ja eine Verhaltensänderung bewirken, sagte Spahn dem Kicker. Allerdings sei die Beweisführung in den meisten Fällen schwierig. Zudem dürfe man die Sportgerichte nicht überfordern, erklärte er.
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert wollte sich nicht zu den Ausführungen Spahns äußern. Ich denke, das sollten wir hinter verschlossenen Türen besprechen, sagte Seifert nach einem Treffen der DFL-Geschäftsführung mit den Fanbeauftragen der Erst- und Zweitligisten. Sein Kollege Holger Hieronymus wies darauf hin, dass der Weltfußballverband FIFA durch eine Verschärfung der Strafen bereits deutlich gemacht habe, dass Diskriminierungen kein Kavaliersdelikt sind.
Spahn, bei der Fußball-Weltmeisterschaft als Sicherheits- Beauftragter tätig, forderte im Kampf gegen Gewalt und Rassismus von allen Beteiligten mehr Zivilcourage. Allerdings sieht der 45-Jährige den Fußball nicht allein in der Verantwortung. Das Problem hat nicht der Fußball, sondern die Gesellschaft. Im Fußball würden die Probleme lediglich besonders medienwirksam zu Tage treten. Die Politik kann nicht ständig auf den Fußball schauen und keine Verantwortung übernehmen, kritisierte Spahn.
Eine Diskussion darüber, ob Profi-Clubs Polizeieinsätze bezahlen sollten, hält der Task-Force-Chef für falsch. Die Zuständigkeiten der Vereine und der Polizei seien klar geregelt. Alle Maßnahmen müssten aber das Ziel haben, den Umfang von Polizeieinsätzen zu reduzieren, so dass statt zum Beispiel 2000 nur noch 150 Beamte im Einsatz sind.
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