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VfB schimpft auf Schiedsrichter - Mainz lebt | 2006-12-02


Mainz - Top-Torjäger Mario Gomez stürmte stumm aus der Kabine, Trainer Armin Veh und Manager Horst Heldt machten ihrem Ärger dagegen wortgewaltig Luft. Ich bin stinksauer, sagte der Coach des VfB Stuttgart nach dem 0:0 beim FSV Mainz 05.

Er war der schlechteste Mann auf dem Platz. Wenn man sieht, wie er gepfiffen hat, braucht man sich nicht zu wundern, dass wir international hinten anstehen, schimpfte Ex-Profi Heldt. Grund der schwäbischen Aufruhr nach dem enttäuschenden 0:0 beim Bundesliga-Schlusslicht FSV Mainz 05 war nicht das Resultat, mit dem sich der VfB angesichts einer äußerst mäßigen Vorstellung sogar glücklich schätzen musste, sondern ein von Schiedsrichter Babak Rafati (Hannover) nicht gegebener Elfmeter kurz dem Ende.

Glasklar, sei der gewesen, meinte der VfB-Manager. Wir sind um den Strafstoß geprellt worden. DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel räumte ein, dass von der Tribüne aus gesehen, es sicherlich im Grenzbereich war. Der von Nikolce Noveski vermeintlich gefoulte Gomez, mit acht Toren bis dato erfolgreichster VfB-Profi, musste das erhitzte Gemüt unter der Dusche abkühlen. Er ist fuchsteufelswild, meinte Coach Veh. Sagen wollte Gomez danach aber erst einmal auch nichts und rannte kommentarlos an den wartenden Journalisten vorbei.

Mit einem Sieg hätten die erstmals in dieser Saison auswärts torlosen Stuttgarter ihre Ambitionen auf die Champions League wesentlich überzeugender untermauern können als mit dem ersten schmeichelhaften Remis nach bisher vier Bundesliga-Siegen gegen die Mainzer. Dass die Gäste bei den seit nunmehr fast vier Monaten sieg-, aber spätestens seit der Partie gegen den VfB nicht mehr leblosen Mainzern über weite Strecken trotz technischer Klasse behäbig wirkten und wenig Durchschlagskraft besaßen, fand in den Statements der aufgebrachten Schwaben allerdings so gut wie keine Berücksichtigung. Wir hätten das Spiel ganz klar gewinnen müssen, befand Roberto Hilbert.

Es waren aber die Mainzer, die mehr und auch die besseren Chancen hatten. Doch Imre Szabics, einstiger Angreifer beim VfB, vermochte kurz nach Spielbeginn aus kürzester Distanz nicht den Ball über die Linie zu bringen. Bei weiteren Torgelegenheiten zeichnete sich Nationalkeeper Timo Hildebrand aus. So kam es, dass die aufopferungsvoll kämpfenden Mainzer im vierten Spiel nacheinander ohne Torerfolg blieben. Doch kassierten sie diesmal wenigstens auch keinen Treffer. Die Mannschaft lebt, das ist das wichtigste Signal, sagte Präsident Harald Strutz. Der erste Sieg seit dem 2:1 gegen den VfL Bochum am 12. August lässt jedoch weiter auf sich warten.

Ein Signal setzte auch Coach Jürgen Klopp. Statt Kapitän und FSV-Urgestein Dimo Wache hütete erstmals seit Anfang Mai wieder der eigentliche Ersatzmann Christian Wetklo das Mainzer Tor, nachdem die Nummer Eins vor allem nach dem 0:1 bei Hannover 96 heftig in die Kritik geraten war. Er hat die Entscheidung mitgetragen, erklärte Klopp, der auch in den beiden Partien bis zur Winterpause bei Borussia Mönchengladbach und daheim im dann sicherlich wieder mit 20 300 Zuschauern ausverkauften Bruchwegstadion gegen Rekordmeister Bayern München auf Wetklo bauen will. Dessen Aktionen wurden von den Fans gegen den VfB frenetisch gefeiert. Nach der Winterpause, für die Manager Christian Heidel im Kampf gegen den Abstieg im dritten Bundesliga-Jahr einige Neuzugänge in Aussicht stellte, werde man weiter sehen. Klopp: Die Gesamtsituation ist aber nicht hoffnungslos. Das müsste nun auch der Letzte gesehen haben.


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