Bremen - Werder Bremen ist drei Tage vor dem Champions- League-Spiel in Barcelona mit einem toll herausgespielten 3:1 (3:1) gegen Hertha BSC an die Spitze der Fußball-Bundesliga gestürmt.
Durch den Sieg bleiben die Bremer zumindest bis zum Spiel des FC Schalke 04 in Nürnberg Tabellenführer. Vor 40 168 Zuschauern im Weserstadion schossen die überragenden Diego (23./Handelfmeter) und Miroslav Klose (32., 40.), der seine Saisontreffer neun und zehn erzielte, die Tore für Werder. Für die ersatzgeschwächte Hertha traf Josip Simunic (25.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich.
Die Bremer zeigten vor allem in der ersten Halbzeit eine begeisternde Leistung. Mit viel Schwung und angetrieben vom zaubernden Diego und vom wieder einmal überzeugenden Torsten Frings setzten sie den Gast von Beginn an unter Druck. Eine Bremer Angriffswelle nach der anderen rollte auf das Hertha-Tor zu, erst in der zweiten Halbzeit nahmen die Gastgeber, die weiterhin auf den angeschlagenen Kapitän Frank Baumann verzichten mussten, das Tempo aus dem Spiel.
Das war sehr schön anzusehen, lobte Trainer Thomas Schaaf den Auftritt seiner Mannschaft in den ersten 45 Minuten. Mit der 2. Halbzeit war er weniger zufrieden. Da haben wir es uns unnötig schwer gemacht, meinte der Bremer Coach. Entsprechend ärgerte sich sein Kollege Falko Götz: Ich bin nicht zufrieden, wir hätten hier mehr holen können.
Die Gäste kamen in der 1. Halbzeit kaum zum Luft holen. Die Abwehr wirkte angesichts der vielen Bremer Angriffe unsicher und oft überfordert. Im Angriff wurde besonders Marko Pantelic, bis zum Spielbeginn mit neun Treffern der erfolgreichste Stürmer der Liga, vermisst. Für den verletzten Torjäger spielte Srdjan Lakic als einzige Spitze, bekam aber so gut wie kein vernünftiges Anspiel. Die Berliner kamen kaum zu Kontern. Zu oft versuchte es Ashkan Dejagah mit Einzelaktionen.
Wie man es besser macht, zeigten die Bremer mit ihrem schnellen Kombinationsfußball. Dabei ließ sich Werder auch nicht durch den zwischenzeitlichen Ausgleich von Simunic, der mit einem Handspiel zuvor den von Diego verwandelten Elfmeter verursacht hatte, aus der Ruhe bringen. Stattdessen erhöhten sie den Druck noch einmal und schafften mit einer Ball-Stafette wie aus dem Lehrbuch die Führung: Zunächst schlug Diego einen langen Pass auf Pierre Wome, und der flankte passgenau auf Klose, der schließlich souverän gegen die Laufrichtung von Hertha-Keeper Christian Fiedler einköpfte.
Mindestens genauso schön war der zweite Treffer von Klose. Mit einem herrlichen Dribbling tanzte sich der Nationalstürmer durch die Abwehr, ließ Simunic wie eine Fahnenstange stehen. Die Berliner sahen staunend zu, wie Klose seinen zehnten Saisontreffer erzielte.
Hertha-Coach Falko Götz versuchte nach der Pause, neuen Schwung ins Spiel zu bringen, wechselte zunächst Andreas Neuendorf und nach einer knappen Stunde den zuletzt fünf Wochen verletzten Yildiray Bastürk ein. Die Berliner hatten zwar in der Schlussphase mehr vom Spiel, doch viele Chancen gegen die nun langsamer agierenden Bremer spielten sie sich nicht heraus. Für Aufregung sorgte lediglich ein nicht gegebener Treffer von Simunic (72.).
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