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Uli Hoeneß: Olli war wild wie immer | 2006-12-06


München - Uli Hoeneß, Manager des FC Bayern München, äußert sich nach dem 1:1 (0:0) gegen Inter Mailand zufrieden über das erreichte Gruppen-Ergebnis in der Champions League.

dpa: Herr Hoeneß, wie zufrieden sind Sie nach dem erreichten Etappenziel Gruppensieg?

Hoeneß: Man muss der Mannschaft ein hohes Lob zollen. Die letzte Minute hat sie geschlafen - okay. Aber ansonsten war das ein Spiel auf hohem taktischen Niveau, ein Spiel für Feinschmecker. Bis zum 1:1 haben wir sehr, sehr diszipliniert gespielt, so wie man auf höchstem europäischen Niveau spielen muss. Ich bin sehr zufrieden.

dpa: Haben Sie Oliver Kahn ein wenig beruhigen können? Er war ja nach dem späten Ausgleichstreffer in seinem 100. Champions-League-Spiel fuchsteufelswild.

Hoeneß: Olli war wild wie immer in solchen Situationen. Aber ich verstehe ihn. Er sagt, wenn man Ziele auf höchsten Niveau erreichen will, darf man einfach 95 Minuten keine Fehler machen. Das Tor in der 91. Minute darf nicht passieren, Inter hatte doch eigentlich schon aufgegeben. Das wirft Olli der Mannschaft momentan vor, dass sie die letzte Konzentration vermissen lässt.

dpa: Was sagen Sie zum Weltklasse-Tor von Roy Makaay?

Hoeneß: Das Tor war gut, aber noch schöner war der Pass von Hasan Salihamidzic. Das war ja der Pass von einem Overath oder Netzer. Das war fantastisch, wie er den Ball in den Lauf von Roy spielen kann. Roy hat ihn super mitgenommen - beides war Weltklasse.

dpa: Mark van Bommel musste wegen eines drohenden Platzverweises ausgewechselt werden. Aber in den Duellen mit Patrick Vieira hat er wichtige Zeichen gesetzt. Ist er der Leader für die Mannschaft?

Hoeneß: Mark tut uns gut. Er ist sehr professionell und bringt sehr viele Haken und Ösen in unser Spiel. Ich habe selten erlebt, dass ein Spieler in so kurzer Zeit in der Hierarchie die Führungsaufgaben übernimmt.

dpa: Haben Sie einen Wunschgegner für das Achtelfinale?

Hoeneß: Real Madrid ist Zweiter, Eindhoven, AS Rom und Barcelona auch. Ich weiß nicht, ob es da leichte Gegner gibt. Was wir erreichen wollten, nämlich den Gruppensieg und damit zunächst ein Auswärtsspiel, haben wir geschafft, souveräner als erwartet. Das ist doch einmalig.

dpa: Was fehlt Ihnen noch für frohe Weihnachten beim FC Bayern?

Hoeneß: Wir haben jetzt noch drei Spiele, zwei in der Bundesliga gegen Cottbus und Mainz und dann das DFB-Pokal-Spiel in Aachen. Wenn wir die drei Spiele gewinnen, haben wir schöne Weihnachten.

dpa: Haben Sie auch mit einem Ohr nach Barcelona gehört?

Hoeneß: Es ist schade, dass der FC Bayern jetzt als einziger deutscher Club weiter gekommen ist. Denn man muss auch auf die Punkte im UEFA-Ranking schauen. Aber es war natürlich auch schwer für Bremen: In Barcelona nicht zu verlieren, ist nicht einfach.

Aufgezeichnet von Klaus Bergmann, dpa


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