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Hysterische Tussi: Spott über Lehmann | 2006-12-11


London - Jens Lehmann hat sich mit seinem Auftritt im emotionsgeladenen Spitzenspiel der Premier League zwischen dem FC Chelsea und dem FC Arsenal (1:1) jede Menge Spott eingefangen.

Der Daily Star schimpfte den deutschen Nationaltorwart eine hysterische Tussi, die Sun bescheinigte ihm einen typischen Jekyll-and-Hyde-Auftritt, und die Times riet, dem flatternden Lehmann zu Weihnachten eine Handtasche zu schenken. Chelseas Trainer José Mourinho sagte nach dem Remis Tabellenführer Manchester United den Kampf an. Bereits am 13. Dezember will der englische Meister den Abstand auf die Red Devils von acht auf fünf Zähler verringern.

Lehmanns lächerliche Schubserei (The Guardian) mit Chelsea-Stürmer Didier Drogba schaffte es selbst auf die Titelseiten der angesehenen Zeitungen. Der 37-jährige Keeper hatte in der 65. Minute den Torjäger von der Elfenbeinküste von hinten geschubst, worauf dieser theatralisch zu Boden ging. Nachdem sich Drogba wieder aufgerappelt hatte, ging er seinerseits auf den Deutschen zu, was Lehmann zu einer Pantomime-Einlage (Telegraph) nutzte. Unsportlich, wie Dick und Doof, Schwalben auf unterstem Niveau, urteilten die Gazetten. Wenn die beiden das im TV sehen, denken sie Was bin ich bloß für ein Idiot, meinte der frühere englische Nationalspieler Paul Merson.

Nicht auszudenken, wie die britischen Zeitungen über Lehmann erst hergefallen wären, wenn Lampard in der Nachspielzeit einen Aussetzer des Arsenal-Torhüters zum Siegtor genutzt hätte. Lehmann hatte einen eher harmlosen Schuss von Arjen Robben abklatschen lassen, doch Lampard traf statt des leeren Tores nur den Pfosten. So blieb es nach den späten Treffern von Flamini (78.) für Arsenal und dem unhaltbaren 30-Meter-Kracher von Essien (84.) für Chelsea beim 1:1.

Michael Ballack war im Trikot der Blues einmal mehr farblos geblieben. Der englische Meister liegt nun bereits acht Punkte hinter ManU (44), kann den Abstand am Mittwoch mit einem Erfolg im Nachholspiel gegen Newcastle jedoch auf fünf Zähler verkürzen.

Mourinho gab zwar zu, dass Manchesters Trainer Alex Ferguson sicherlich glücklich ist mit diesem Resultat, warnte jedoch, der Titelkampf sei noch nicht entschieden: Wir sind bereit, ManU zu jagen. Das Rennen ist völlig offen. Arsenal, das ohne die verletzten Stammspieler Thierry Henry, Kolo Touré, William Gallas und Tomas Rosicky angetreten war, rutschte auf den sechsten Platz ab und hat bereits 18 Punkte Rückstand. Für die ist die Meisterschaft abgefahren, tönte Mourinho.


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