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Hertha kämpft um Friedrich und Bastürk | 2006-12-08


Berlin - Für Hertha BSC hat in den Fällen Friedrich und Bastürk schon der Schlussspurt begonnen, obwohl die Saison noch nicht einmal zur Hälfte gespielt ist.

Doch die Deadline im Vertrags-Poker um Kapitän Arne Friedrich und Spielmacher Yildiray Bastürk, der wegen einer Oberschenkel-Zerrung das Bundesliga-Spiel bei seinem alten Club Bayer Leverkusen absagen musste, ist bereits zu Beginn der Rückrunde. Ende Januar, Anfang Februar müssen wir endgültig wissen, was Sache ist, erklärte Manager Dieter Hoeneß, der um seine zwei wichtigsten Stars kämpft.

Der Vertrag mit Bastürk, der in dieser Saison wegen einer Vielzahl von Verletzungen nicht in Tritt kommt, läuft im Sommer 2007 aus. Noch gibt es keine Tendenz, ließ der Türke wissen. Nationalspieler Friedrich kann nach seinem derzeitigen Vertragswerk nach der Saison ablösefrei wechseln, falls Hertha nicht mindestens den UEFA-Pokal erreicht. Ein Jahr später soll eine ähnliche Option mit dem Sprung in die Champions League verknüpft sein. Ich glaube, dass Arne bleibt, egal, welchen Platz wir schaffen, meinte Hoeneß, der inzwischen in Verhandlungen um die Auflösung der Klauseln steht. Die Tendenz geht dahin, dass Friedrich zu besseren Konditionen bis 2009 bleibt.

Schwieriger gestaltet sich der Poker um Bastürk, der 2004 von Bayer gekommen war und nach dem Abgang von Marcelinho eigentlich der unumstrittene Chef im Hertha-Mittelfeld ist. Im vergangenen halben Jahr erlitt Bastürk allerdings gleich vier Verletzungen: Nach einem Außenband-Anriss im Knie, einer Syndesmoseband-Zerrung und einer Wadenblessur folgte nun das nächste Missgeschick.

Der nur 1,68 Meter große Profi feiert an Heiligabend seinen 28. Geburtstag - sein nächster Vertrag soll sein bisher attraktivster werden. Hertha ist mein erster Ansprechpartner, erklärte Bastürk brav, verwies aber zugleich immer wieder auf seine persönlichen Ansprüche auf die europäische Königsklasse. 2002 hatte er mit Bayer schon im Finale der Champions League gestanden, war beim 1:2 gegen Real Madrid einer der besten Spieler auf dem Platz.

Wenn es nach uns gegangen wäre, hätten die ersten Gespräche schon lange stattgefunden, sagte Hoeneß und deutete damit an, dass der bisherige Zeitverlauf nicht seinen Planungen entspricht. Der Manager weiß: Wenn Yildiray gehen sollte, müssen wir etwas tun. Er sei zwar nach wie vor zuversichtlich, aber natürlich planen wir zweigleisig für den Fall X, verriet Hoeneß.

Die Verletzungs-Anfälligkeit von Bastürk dürfte bei allen Überlegungen mit einfließen. Ein längerer Poker wie in der Vorsaison mit Josip Simunic, der nach Monaten der Hinhalte-Taktik dann doch bei Hertha für fünf weitere Jahre unterschrieb und dabei bis zu 12,5 Millionen Euro verdienen soll, ist nicht nur Nerven aufreibend, sondern vor allem teuer.

Größere Ausgaben lassen der Etat (61,5 Millionen Euro), die Verbindlichkeiten (über 45 Millionen Euro) und die Pflicht zum Schuldenabbau nicht zu. Doch Spielmacher von der Qualität eines Bastürk sind nicht als Schnäppchen zu bekommen. Deshalb drängt Hoeneß, möglichst zeitnah mit dem türkischen WM-Spieler an einen Tisch zu kommen. Bastürk selbst, der immer wieder einmal mit englischen Clubs in Verbindung gebracht wurde, sprach von zwei, drei Monaten bis zur Entscheidung. Es könnten lange Monate werden.


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