München - Rostock winkt die Herbstmeisterschaft und Aue träumt von der Bundesliga - im Osten Deutschlands ist die Fußball-Sonne aufgegangen. Strahlende Gesichter gab es auch beim Karlsruher SC nach dem 4:0 (1:0)-Auswärtssieg beim SC Freiburg zum Abschluss des 16. Spieltags.
Hansa Rostock behauptete mit dem glücklichen 1:1 gegen den TSV 1860 München die Tabellenführung in der 2. Bundesliga vor den nur noch einen Punkt dahinter liegenden Karlsruhern. Der KSC verwies den badischen Rivalen SC Freiburg eindrucksvoll in die Schranken. Die Tore zum satten Derbysieg erzielten Edmond Kapllani (31. Minute), Timo Staffeldt (64.), Giovani Federico (72.), der seine Führung in der Torjägerliste auf zehn Treffer ausbaute, und Wilfried Sanou (89.) per Eigentor.
Nur einen Punkt liegt der KSC hinter Spitzenreiter Hansa Rostock. Der Sportclub, den lediglich das bessere Torverhältnis von einem Abstiegsplatz trennt, setzte seine Talfahrt fort und ist nun seit sechs Spielen ohne Sieg. Gegen die Mannschaft von Trainer Volker Finke, der sich Finke raus-Rufe anhören musste, waren die Gäste vor 22 000 Zuschauern im Freiburger Stadion die reifere und vor allem torgefährlichere Mannschaft.
Der FC Erzgebirge Aue setzte mit dem 4:1 gegen die TuS Koblenz seinen Höhenflug fort und zog nach Punkten mit MSV Duisburg gleich. Die seit zehn Spielen unbesiegten Zebras behaupteten trotz des dürftigen 1:1 gegen den SC Paderborn den dritten Platz.
Der 1. FC Köln hat sich dagegen wohl endgültig aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet. Sechs Tage nach der 1:3-Heimpleite gegen Duisburg verloren die Geißböcke mit dem blamablen 0:2 bei Kickers Offenbach auch das zweite Spiel unter Trainer Christoph Daum und sind nur noch drei Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt. Dino Toppmöller (77.) und Oualid Mokhtari (83.) machten das erneute Kölner Fiasko perfekt.
Ruhe ist jetzt nötig, denn für uns ist jetzt jedes Spiel ein Überlebenskampf und ein Endspiel, sagte der schwer enttäuschte Daum nach dem Abpfiff, jetzt gibt es nur noch Arbeit, Arbeit und noch Mal Arbeit. Bedauern bringt nichts, nur wir selbst können uns aus dieser Lage befreien. Ich hoffe, dass einige Spieler lernen und in Zukunft aggressiver und zielstrebiger spielen. Als nächsten Gegner empfängt Köln im Duell der Bundesligaabsteiger den 1. FC Kaiserslautern.
Mit dem 1:0 im fränkisch-bayerischen Derby gegen die SpVgg Unterhaching nach dem Freistoßtor von André Mijatovic beendete die SpVgg Greuther Fürth ihre Talfahrt von zuletzt fünf Spielen ohne Sieg. Getrübt wurde die Freude durch den Platzverweis von Torwart Borut Mavric (64.), der nach einer Notbremse gegen Miroslaw Spizak Rot sah. Schlusslicht Eintracht Braunschweig erkämpfte sich nach dem Platzverweis von Francis Banecki (81.) in Unterzahl ein torloses Remis beim FC Augsburg, ist aber seit nunmehr neun Partien sieglos.
Spitzenreiter Rostock wahrte mit dem glücklichen Remis gegen die Münchner Löwen seinen Nimbus als einzige noch ungeschlagene Mannschaft im deutschen Profifußball. Vor 27 000 Zuschauern im Ostseestadion rettete Enrico Kern (38./Handelfmeter) mit seinem neunten Saisontor die Hanseaten, die in der Schlussphase auf Rot-Sünder Tim Sebastian verzichten musste, vor der ersten Heimniederlage. Torben Hoffmann (24.) hatte 1860 in Führung geköpft. Heute war mehr drin. Rostock war nur bei Standardsituation gefährlich, sagte 1860-Trainer Walter Schachner.
Eine böse Überraschung blieb dem MSV Duisburg dank Markus Daun (78.) erspart. Nach seinen zwei Toren in Köln bewahrte er diesmal sein Team vor der ersten Heimniederlage. Die in dieser Spielzeit auswärts noch sieglosen Paderborner waren durch René Müller (20.) in Führung gegangen und feierten den ersten Punktgewinn nach drei Niederlagen hintereinander.
Der Vereinsrekord von sechs Siegen in Serie hat im Erzgebirge das Aufstiegsfieber entfacht. Es ist für uns wie in einem Traum, sagte Aues Geschäftsführer Lothar Schmiedel nach dem 4:1 gegen Aufsteiger Koblenz. Trainer Gerd Schädlich gefällt die Euphorie rund um die Veilchen gar nicht. Wir sind noch keine Spitzenmannschaft. Ich denke, die Spieler sind intelligent genug, um ihr Leistungsvermögen richtig zu bewerten, sagte der 53-jährige Coach.
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