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Podolski träumt vom Finale gegen Köln | 2006-10-26


München - Die Leistung gab keinerlei Anlass zu voreiligen Final-Träumen, doch das war Lukas Podolski egal. Das Endspiel heißt Köln gegen München, tönte der Nationalspieler nach dem mageren 1:0 des FC Bayern München in der 2. DFB-Pokalrunde gegen den 1. FC Kaiserslautern.

Für Podolski zählte allein das Ergebnis: Die anderen Mannschaften, die in der Bundesliga oben stehen, sind schon gescheitert - wir sind weiter. Das ist es, was zählt! Auch Uli Hoeneß tröstete sich mit dem Einzug ins Achtelfinale über die ausgebliebene Wiedergutmachung für die bittere 1:3-Pleite beim SV Werder Bremen hinweg. Im Pokal muss man weiterkommen und nicht immer fünf Tore schießen, sagte der Manager und verwies auf die intakten Titelchancen: Wir tanzen weiter auf drei Hochzeiten.

Mittelfeldspieler Andreas Ottl landete dagegen neben seinem Kopfballtor (50.) auch mit seiner Spielanalyse einen Volltreffer. Wir sind im Moment nicht gerade in der besten Verfassung, sagte der 21-Jährige und sprach die größten Mängel offen an: Wir brauchen mehr Bewegung im Spiel, mehr Anspielstationen. Oft fehlt die letzte Konsequenz, der letzte Pass, daran müssen wir arbeiten.

Ottl heimste das einzige Kompliment ein, das Trainer Felix Magath zu vergeben hatte. Andy ist auf einem guten Weg. Es ist ein Bonbon obendrauf, wenn er auch noch ein Tor macht. Ottl entwickelt sich zum Lautern-Spezialisten, denn am 33. Spieltag der Vorsaison hatte er den Bayern beim 1:1 in Kaiserslautern mit seinem ersten Bundesligator den 20. Meister-Titel gesichert.

Ansonsten kam nach dem Pokalerfolg auch in Magaths Kommentaren ungewöhnlich häufig das Wort schlecht vor. Negativer Höhepunkt war ein Konter, den sein Team trotz einer 4:1-Überzahlsituation kläglich vergab (76.).

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge trat einmal mehr mit einer energischen Forderung an Trainer und Spieler in Erscheinung: Wir müssen in den nächsten Wochen Vollgas geben und verloren gegangenes Terrain in der Bundesliga aufholen.

Hoeneß hatte die Mannschaft zumindest öffentlich gegen Kritik in Schutz genommen. Wir hatten zuletzt zwei gute Spiele gegen Hertha und Lissabon, da hieß es, wir gewinnen die Champions League. Nach Bremen hieß es, wir spielen wie die Bratwürste. Dieses Spiel mache ich nicht mehr mit. Wir können nicht jede Woche 100 Prozent gehen, meinte der Manager.

Gegen Kaiserslautern genügten 50 Prozent, weil die Pfälzer nur an Schadensbegrenzung dachten. Wir waren nicht mutig genug, meinte Mittelfeldspieler Tamas Hajnal. Trainer Wolfgang Wolf wollte von einer verpassten Chance allerdings nichts hören. Die Mannschaft hat sich teuer verkauft. Zwar hätte auch er die Bayern gerne noch ein bisschen mehr geärgert, aber im Vordergrund stand und steht für ihn das Unternehmen Wiederaufstieg in die Bundesliga: Ich bin mit der Entwicklung der Mannschaft zum jetzigen Zeitpunkt zufrieden, sagte Wolf. Das kann Bayern-Kollege Magath derzeit nicht behaupten.


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