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Sturm auf Schalke - VfB-Eigengewächse treffen | 2006-10-30


Stuttgart - Gegen die Bayern müssen wir gewinnen, sonst wird aus dem rauen Wind ein starker Sturm, sagte Schalkes Trainer Mirko Slomka nach dem 0:3 (0:1) beim VfB Stuttgart - der fünften Auswärtsniederlage im siebten Pflichtspiel der Saison.

Ausgerechnet gegen Rekordmeister FC Bayern München will der umstrittene Coach den Rettungsanker werfen und den Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen. Nur ein Sieg hilft dem Tabellendritten weiter, um nach dem vorzeitigen K.o. im Uefa-Cup und DFB-Pokal nicht auch noch in der Fußball-Bundesliga ins Hintertreffen zu geraten.

Für Halil Altintop kommen die in der Veltins-Arena noch sieglosen Münchner genau zum richtigen Zeitpunkt. Bayern ist ein guter Gegner, um uns aus der kleinen Krise zu schießen, sagte er der Münchner Abendzeitung. Für den Stürmer ist Ruhe erste Bürgerpflicht: Wir haben Sand im Getriebe und stehen trotzdem da oben. Nach gutem Beginn baute Schalke gegen den VfB aber immer mehr ab und blieb den Beweis der Titeltauglichkeit schuldig. Wir waren vor dem Tor überhaupt nicht effektiv, lautete Slomkas Umschreibung für zunehmende Einfallslosigkeit.

Und die potenziellen Konfliktherde werden nicht weniger: Erstmals musste ein gesunder Kevin Kuranyi den Anpfiff von der Schalker Bank verfolgen. Bis auf einen Gewaltschuss hatte der frustrierte Ex-Nationalspieler nach seiner von einem Pfeifkonzert begleiteten Einwechslung bei seiner Rückkehr nach Stuttgart nichts vorzuweisen.

Voller Spielfreude hingegen agierten die Gastgeber, die vom Großteil der 52 000 Zuschauer im Daimlerstadion begeistert gefeiert wurden. Doch statt einen großen Teil des Erfolgs auf sein Konto zu verbuchen, hielt der gar nicht mehr umstrittene Veh den Ball flach: Bescheiden bleiben, keine Parolen ausgeben und vor allem keinen Erfolgsdruck aufbauen, den die jungen Leute nicht aushalten können, gab der 45-Jährige trotz des Sprungs auf Tabellenplatz vier vor.

Es passte zum Bild der neu entfachten schwäbischen Begeisterung, dass ähnlich wie beim Siegeszug der einstigen Jungen Wilden bis in die Champions League 2003 erneut VfB-Eigengewächse für die entscheidenden Szenen sorgten. In Sami Khedira (32./46.) und Serdar Tasci (75.) trafen zwei erst 19 Jahre alte Vertragsamateure, die in Stuttgart das Fußball-ABC erlernten. Während Tasci bereits langfristig an den Verein gebunden ist, weckt der zum Saisonende auslaufende Vertrag Khediras bereits die Begehrlichkeiten der Konkurrenz.

Konkrete Aussagen über einen neuen Vertrag waren dem Sohn eines Tunesiers nicht zu entlocken: Wir werden uns im Winter mit dem Verein zusammen setzen, dann sehen wir weiter. Nicht erst seit dem perfekten Abend ist Khedira auf dem Wunschzettel vieler Bundesligisten weiter nach oben gerückt - trotz des öffentlichen Schalker Dementis. Ich denke, dass er weiß, was er an uns hat. Deswegen wird er auch bei uns bleiben, sagte Veh.

Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw machte die zweite Generation der VfB-Eigengewächse beste Werbung in eigener Sache. Der letzte Verbliebene der einstigen Jungen Wilden indes verbuchte nach der Kritik der vergangenen Wochen wieder einige Pluspunkte: Timo Hildebrand zeichnete sich bei seinem besten Saisonspiel mit einigen Paraden aus. Dass der Bundestrainer im Stadion war, hatte ich nicht im Hinterkopf. Ich versuche immer gut zu spielen, sagte Hildebrand.


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Statistik zum Länderspiel Deutschland - Georgien

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