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Später Ausgleich für Chelsea - Reds im Schongang | 2006-11-01


Frankfurt/Main - 43 Fouls, 10 Gelbe Karten und ein Ausgleichstreffer in der dritten Minute der Nachspielzeit: Das Gipfeltreffen in der Champions League zwischen dem FC Barcelona und FC Chelsea bot zwar keinen fußballerischen Leckerbissen, dafür aber Stoff für Schlagzeilen.

Es herrschten Anarchie und Wild-West-Manieren, schrieb der Daily Telegraph nach dem 2:2 (1:0) im erneut dramatischen Duell der Giganten-Clubs. Ruhiger ging es in Liverpool zu, wo die Reds durch den 3:0-Sieg gegen Girondins Bordeaux im Schongang das Achtelfinale erreichten. Ebenfalls schon den Sprung in die K.o.-Runde schafften neben den Engländern und dem FC Bayern München auch PSV Eindhoven und der FC Valencia.

Die Reaktionen der beiden Trainer hätten nach dem brisanten Finale in dem mit 98 772 Zuschauern ausverkauften Hexenkessel von Barcelona nicht unterschiedlicher ausfallen können. Während Chelseas Coach José Mourinho nach dem späten Ausgleich durch Didier Drogba zum Jubeln auf die Knie fiel, stürzte sich Barca-Coach Frank Rijkaard auf den italienischen Schiedsrichter Stefano Farina. Ich habe ihm für sein Mitwirken gedankt, sagte der Niederländer sarkastisch. Rijkaard beklagte die harte Gangart des englischen Meisters.

Davon wollte Mourinho nichts wissen. Kein Zweifel, wir hatten diesen Punkt und vielleicht sogar noch mehr verdient, erklärte der Portugiese, der den Unparteiischen ausnahmsweise einmal in Schutz nahm. Ich denke, es ist nicht einfach für ihn, wenn sich die Spieler jede Minute fallen lassen, sagte Mourinho mit Blick auf das Team des spanischen Meisters. Neben Schwalben, Nickligkeiten und Trikot-Zerren blitzte hin und wieder aber auch das Können der zahlreichen Stars auf. So bereitete Ronaldinho die 2:1-Führung durch Ex-Chelsea-Stürmer Eidur Gudjohnsen mit einem spektakulären Außenrist-Pass vor. Noch brillanter war das 1:1 von Chelseas Kapitän Frank Lampard, der mit einem Heber fast von der Torauslinie traf. Das Tor geht in die Fußballgeschichte ein, schrieb die spanische Sportzeitung Marca.

Durch das Unentschieden hat der FC Chelsea, bei dem Michael Ballack blass blieb, weiterhin die besten Aussichten auf das Achtelfinale. Der FC Barcelona fiel in der Gruppe A dagegen hinter Werder Bremen auf Rang drei zurück und muss um das Weiterkommen bangen. Wir haben keine andere Wahl. Wir müssen die anderen beiden Teams nun schlagen, sagte Rijkaard vor den Spielen in Sofia und am 5. Dezember gegen Werder Bremen in Barcelona.

Gelöste Stimmung herrschte in Liverpool. Neben dem ungefährdeten Erfolg gegen Bordeaux, bei dem Liverpools Trainer Rafael Benitez in seinem 100. Spiel an der Anfield Road seine Aufstellung zum ersten Mal unverändert gelassen hatte, bejubelten die Anhänger besonders den ersten Saisontreffer von Steven Gerrard. Um den Kapitän der Reds hatte es wegen seines angeblich angespannten Verhältnisses zu Benitez im Vorfeld Wechselgerüchte gegeben. Ich werde noch viele Jahre in Liverpool bleiben und genieße hier jede Sekunde, sagte Gerrard nach dem Sieg, der auch Benitez aus der Schusslinie nimmt.

Neben Liverpool schaffte in der Gruppe C auch PSV Eindhoven durch ein 2:0 gegen Galatasaray Istanbul den Sprung unter die besten 16 Mannschaften Europas. In der Gruppe D musste der FC Valencia zwar die ersten Punkte abgeben, steht nach dem 2:2 bei Schachtjor Donezk aber bereits im Achtelfinale. Die vorzeitige Qualifikation verpasste der AS Rom durch ein enttäuschendes 1:1 gegen Olympiakos Piräus. Die Aussichten von Inter Mailand auf Platz zwei in der Bayern-Gruppe sind dagegen gestiegen. Durch ein Blitzor des Argentiniers Julio Cruz gewann der Spitzenreiter der italienischen Serie A bei Spartak Moskau mit 1:0. Die Anekdote des Spiels lieferten die Gastgeber, die vor der Partie im Moskauer Verkehr stecken geblieben waren und mit der U-Bahn ins Stadion reisten .


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