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Asamoah: Rassismus tut unfassbar weh | 2006-10-02


Hamburg - Gerald Asamoah hat von mehreren rassistischen Beleidigungen sowohl im Fußball als auch im Privatleben berichtet und im Falle solcher Ausfälle während eines Länderspiels seinen Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft nicht ausgeschlossen.

Macht es dann noch Sinn für Deutschland zu spielen? Die Frage stellt sich dann. Sehr ernsthaft sogar, sagte der dunkelhäutige Profi vom FC Schalke 04 dem kicker.

Der nach einem Beinbruch zu einer mehrmonatigen Zwangspause gezwungene Angreifer war Anfang September im Pokalspiel bei Hansa Rostocks Amateuren von den Heimfans wegen seiner Hautfarbe mit Schmährufen massiv beleidigt worden. Der Verein war daraufhin nach den neuen verschärften FIFA-Bestimmungen zu einer Geldstrafe von 20 000 Euro und einer Platzsperre verurteilt worden.

Dieser Moment, wo es klick macht im Kopf, der ist entsetzlich. Ich war für ein paar Sekunden völlig leer. Es hat unfassbar wehgetan, sagte Asamoah. Auch seine Familie sei von den Ereignissen betroffen. Das Schlimmste ist, dass meine Frau das ja auch mitbekommt. Die Familie. Es kommt im Fernsehen, alle sind aufgeregt, sagte der 27-Jährige. Asamoah begrüßte konsequentes Vorgehen gegen rassistische Aktionen. Man müsse das Thema hoch hängen, um auch Idioten immer wieder zu zeigen, dass wir Farbige Menschen sind.

Die Aktionen gegen ihn hätten dem Deutschland-Bild weltweit geschadet und den während der WM erworbenen guten Eindruck des Landes revidiert. In seinem Geburtsland Ghana sei man entsetzt gewesen. Das Affengebrüll hat dazu geführt, dass einige in Afrika wieder das Bild von Deutschland haben, das vor der WM 2006 galt. Das haben die Idioten geschafft.

Asamoah erzählte von Beleidigung, Ausgrenzung und Übergriffen gegen ihn sowie seine Familie und Freunde. Seine Frau und eine Cousine seien auf dem Jahrmarkt beim Kauf von Losen verhöhnt worden. Ihm sei als Jugendlicher wegen seiner Hautfarbe der Zutritt zu Discotheken und Billardhallen verwehrt worden. Heute habe er diese Probleme nicht mehr. Aber ich weiß, dass es nur so ist, weil ich der Herr Asamoah bin. Andere Farbige haben dieses Glück nicht, deshalb muss man es immer wieder ansprechen.


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