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Elfmeter-Dieb Pizarro im Fokus - Tore gefragt | 2006-10-31


München - Ein Elfmeter-Dieb spielt auf Bewährung. Beim Champions-League-Auftritt des deutschen Fußball-Meisters Bayern München gegen Sporting Lissabon steht der peruanische Torjäger Claudio Pizarro unter besonderer Beobachtung.

Nicht nur mit der viel diskutierten Strafstoß-Szene aus dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt (2:0) stockte der Stürmer sein Minuskonto beim Rekordmeister auf. Auch durch hohe Gehaltsforderungen im Vertragspoker und eine erneute Alkoholfahrt hatte der 28-Jährige, dessen Kontrakt am Saisonende ausläuft, zuletzt für Missstimmung bei der Vereinsführung gesorgt.

Pizarro selbst schweigt derzeit. Bis zum Champions-League-Spiel vor 66 000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena wollte er nicht über die Elfmeter-Aktion vom vergangenen Bundesliga-Spieltag reden, die ein Musterbeispiel für Eigensinn im Profifußball war und besonders das Gemüt des Teamkollegen Roy Makaay erhitzt hatte. Im Ligaspiel gegen Frankfurt hatte Pizarro dem etatmäßigen Schützen Makaay den Ball vor der Nase weggeschnappt - und verschossen. Jeder macht Fehler, die er hinterher bereut, nahm Trainer Felix Magath den Torjäger in Schutz. Ich glaube nicht, dass sein Vertrag besser ausfällt, wenn er gegen Frankfurt einen Elfmeter reingemacht hätte.

Im Vertragspoker, in dem der Angreifer seine Verhandlungsposition zuletzt schwächte, sind sich Club und Spieler bislang nicht einig geworden. Wenn einer plötzlich glaubt, er sei Schewtschenko, dann muss er auch wie Schewtschenko spielen, gab Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach ersten Gesprächen den Stand der Verhandlungen wieder. Pizarro, den die Bayern für rund acht Millionen Euro nach ihrem Champions-League-Sieg 2001 von Werder Bremen geholt hatten, kokettierte vor Wochen mit dem angeblichen Interesse von Topteams; signalisierte aber auch, dass er gerne bei Bayern bleiben würde. Ich habe hier viel gewonnen, nur die Champions League fehlt mir noch, sagte Pizarro, drei Mal Meister und DFB-Pokal-Sieger.

Zu schwankend präsentierte sich Pizarro mit den Leistungen in seinen Jahren beim FC Bayern, auch deshalb ist eine Vertragsverlängerung sehr fraglich. Überragende Auftritte und enttäuschende Darbietungen des Stürmers wechselten sich zu häufig ab - vor allem auf Europas Bühne. Claudio kann einer der besten Fußballer der Welt sein, er ist ein unglaubliches Talent. Er muss nur noch mehr daraus machen, beschrieb Manager Uli Hoeneß das Genie.

Gegen Frankfurt war Pizarro eigensinnig und auch abseits des Rasens präsentierte sich der Vater von drei Kindern vor anderthalb Monaten als schlechtes Vorbild. Zum zweiten Mal binnen zehn Monaten wurde der Mann mit dem Lebensmotto Aus Fehlern muss man lernen mit Alkohol am Steuer erwischt und musste seinen Führerschein abgeben. Pluspunkte sammelte Pizarro bei Magath & Co. dagegen, als er ein Länderspiel Perus absagte, um rechtzeitig wieder beim Bayern-Training zu sein. Allerdings handelte sich der Angreifer dadurch Ärger bei seiner Auswahlmannschaft ein und will unter Coach Franco Navarro, dessen Vertrag Ende November ausläuft, nicht mehr spielen.

Die besten Argumente für einen eigenen neuen Kontrakt kann der 205-malige Bundesliga-Spieler (94 Tore) mit Treffern liefern - und spätestens dann würde beim FC Bayern auch der Ärger über den Elfmeter abklingen. Er muss keinen ausgeben. Mir ist es lieber, er zahlt es mit Toren zurück, sagte Magath und hofft, dass Pizarro gegen Schalke zwei Tore macht.


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