Stuttgart - Bei der Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart wurde der Aufsichtsratschef des Bundesligisten, Dieter Hundt, für seine bereits Monate zurückliegende Äußerung abgestraft, wonach Veh als VfB-Trainer nur eine Übergangslösung sei.
Der Denkzettel für den Aufsichtsratschef war zugleich ein Vertrauensbeweis für Armin Veh. 211 der 1018 anwesenden Mitglieder versagten dem Aufsichtsrat mit Hundt an der Spitze die Entlastung, 103 enthielten sich. Vor einem Jahr hatten noch 99 statt nun 69 Prozent mit Ja gestimmt. Auch bei Wiederwahl des Gremiums hielt sich die Zustimmung mit knapp 70 Prozent in Grenzen.
Wir werden die Arbeit so weiterführen, dass auch die, die uns nicht wiederwählen wollten, von der Richtigkeit unserer Politik überzeugt sind, sagte der Präsident der Arbeitgeberverbände, erntete dafür aber nur matten Applaus. Tosenden Beifall hingegen erhielten die Redner, die Hundt kritisierten und Veh den Rücken stärkten. Bei den Fans hatte Hundt einen schweren Stand, trotz öffentlich wiederholter Gunstbezeugungen für Veh. Ich habe ein gutes, offenes und menschlich angenehmes Verhältnis zu Armin Veh. Seine Handschrift ist deutlich zu erkennen, lobte Hundt den Trainer.
Der bis zum Saisonende laufende äußerst innovative Vertrag (Hundt) mit dem 45-Jährigen verlängert sich nur dann automatisch um ein weiteres Jahr, wenn der VfB das internationale Geschäft erreicht - nach dem überzeugenden 3:0 über Schalke 04 sind die Schwaben Tabellenvierte. Kritik kam nach den Trainer-Fehlgriffen mit Matthias Sammer und Giovanni Trapattoni nur vereinzelt auf, der Unmut der Mitglieder bündelte sich zum schlechten Wahlergebnis Hundts.
Zum derzeitigen sportlichen Aufschwung passte auch das Zahlenwerk des Geschäftsjahres 2005. Dank der Transfer-Erlöse für Kevin Kuranyi (Schalke 04) und Alexander Hleb (FC Arsenal) konnte bei einem Rekord- Umsatz von 81,8 Millionen Euro immerhin knapp 2,1 Millionen Euro Gewinn verbucht werden. Zwar stehen 8,5 Millionen Euro Schulden in der Bilanz, doch angesichts stiller Reserven wie Grundstücke, Gebäude und vor allem der Wert der Spieler verkündeten Hundt und Präsident Erwin Staudt stolz, dass der VfB nahezu schuldenfrei sei. Zudem sei der Club im Besitz aller Rechte und habe künftige Einnahmen nicht verpfändet. Staudt: Das soll uns erst einmal einer nachmachen.
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