Frankfurt/Main - Das Sportgericht des Deutschen Fußball- Bundes (DFB) hat die Pokal-Sperre gegen den Brasilianer Lucio vom FC Bayern München reduziert. In der mündlichen Verhandlung senkte das Gremium die im schriftlichen Verfahren verhängte Sperre von drei Partien auf ein Spiel.
Zudem wurde der Abwehrspieler mit einer Geldstrafe in Höhe von 10 000 Euro belegt. Damit können wir leben. Ein Freispruch war ja nicht möglich, sagte Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge. Der Verein werde das Urteil akzeptieren.
Lucio war am 9. September in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals beim FC St. Pauli (2:1 n.V.) vom Platz gestellt worden. Der Vorwurf der Tätlichkeit konnte laut Sportgericht nicht aufrechterhalten werden. Das Gremium unter Vorsitz von Hans-Hermann Menzel (Langerwehe) stufte Lucios Vergehen gegen Thomas Meggle als unsportliches Verhalten ein. Lucio ist damit im Achtelfinale des laufenden Wettbewerbs wieder spielberechtigt.
Wir haben sehr mit uns gerungen. Das Urteil ist uns nicht leicht gefallen, sagte Sportrichter Menzel. Lucio war bei der Partie in Hamburg in der ersten Minute der Verlängerung von Schiedsrichter Lutz Wagner des Feldes verwiesen worden. Der Unparteiische aus Hofheim hatte eine Tätlichkeit des Abwehrspielers gegen Meggle erkannt, der ihn im Zweikampf festhielt. Mit einer Armbewegung in Richtung Kopf des Gegenspielers hatte sich der Abwehrspieler befreit. Im schriftlichen Verfahren wurde die Aktion als Tätlichkeit nach einer zuvor an ihm begangenen sportwidrigen Handlung gewertet.
In der von den Münchnern beantragten mündlichen Verhandlung belegten Fernsehbilder in verlangsamter Form, dass Lucio von Meggle auch nach dem Abspiel des Balles festgehalten wurde. Lucio ist mehrere Meter und Sekunden von Meggle festgehalten worden. Vorzuhalten ist ihm, sich mit hohem Kraftaufwand losgerissen zu haben. Das ist ein unsportliches Verhalten, erläuterte Menzel. Dies hatte auch der Kontrollausschuss-Vorsitzende Horst Hilpert (Bexbach) als strafmildernd erkannt, aber dennoch eine Sperre von zwei Spielen wegen einer leichteren Tätlichkeit gefordert. Positiv wirkte sich auch aus, dass der Hamburger ohne Beeinträchtigung weiter spielen konnte. Ich hatte nie die Absicht, den Gegner ins Gesicht zu schlagen, betonte Lucio.
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