Dortmund - Der eine wurde für seine Leistung belohnt, der andere muss sich noch gedulden. Vor der Partie von Borussia Dortmund mit Hannover 96 steht das Torhüter-Duell zwischen Robert Enke und Roman Weidenfeller im Mittelpunkt des Interesses.
Einen Tag vor dem Anpfiff des Bundesliga-Spiels lüftete Joachim Löw das Geheimnis um den dritten Torhüter der Nationalmannschaft: Bei der Nominierung des Kaders für das Länderspiel gegen Georgien (7. Oktober) fiel die Wahl des Bundestrainers nicht auf Weidenfeller, sondern auf Enke. Das ist sehr erfreulich und Ausdruck seiner Arbeit in den vergangenen Jahren, kommentierte Hannovers Coach Dieter Hecking.
Trotz der Entscheidung zu Ungunsten von Weidenfeller hielt sich die Enttäuschung von Hans-Joachim Watzke in Grenzen. Nach Meinung des BVB-Geschäftsführers ist es nur eine Frage der Zeit, wann der Dortmunder Keeper für seinen seit zwei Jahren anhaltenden Aufwärtstrend belohnt wird: Ich bin der festen Überzeugung, dass in Zukunft bei der Torwartfrage im DFB-Team kein Weg an ihm vorbeigeht.
Inständig hofft Dortmunds Herr der Zahlen, dass sich die Entscheidung zu Gunsten Enkes nicht als Fingerzeig für den Ausgang der Partie erweist. Denn anders als bei der Sanierung lässt der BVB im sportlichen Bereich kaum Fortschritte erkennen. Schon wird Kritik über fehlende Qualität im Mittelfeld laut. Diese Diskussion hält Watzke für nachvollziehbar: Es stockt, mir fehlen Spielfreude und Begeisterung. Es wird Zeit für eine Zäsur. Gewinnen wir, bin ich mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. Verlieren wir, ist das Gegenteil der Fall.
Angesichts der Bedeutung der Partie ergriff Trainer Bert van Marwijk ungewöhnliche Maßnahmen. Jeder Profi erhielt im internen Kreis Gelegenheit, sich zu der 0:1-Niederlage in Mönchengladbach zu äußern. Die folgende Auseinandersetzung wurde mancherorts als Krach gedeutet. Der Coach gewann der kontroversen Diskussion jedoch nur positive Seiten ab: Wenn das Team anfängt, sich selbst zu korrigieren, ist es auf einem guten Weg. Seither geht es im Training mit größerem Engagement zur Sache. Vor allem Angreifer Alexander Frei, der in Mönchengladbach zwei gute Torchancen vergab, sprühte vor Tatendrang. Er will im Spiel gegen Hannover den Ärger vertreiben: Meistens spielt man so, wie man trainiert.
Es gehört zu van Marwijks Therapie, dass die Elf von Mönchengladbach gegen Hannover Gelegenheit zur Wiedergutmachung erhält. Dagegen denkt sein Gegenüber Dieter Hecking, der in bisher zwei Spielen als Chefcoach der Norddeutschen vier Punkte verbuchen konnte, über einen Wechsel nach. Er erwägt für die rechte Abwehrseite den Einsatz von Christoffer Andersson für den formschwachen Steven Cherundolo. Dessen ungeachtet kündigte Hecking eine offensive Grundausrichtung an: Wir sind auf gutem Weg und wollen den nächsten Schritt machen. Dafür müssen wir die Initiative ergreifen.
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